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Energieversorgung unterwegs

Die Liste elektrischer Geräte auf einer Fahrradtour wird von Mal zu Mal länger. Hatte man früher lediglich eine Taschenlampe dabei, sind heute Digitalkamera, Stirnlampe, Zeltlampe, Mobiltelefon, MP3-Player, GPS-Gerät und Tablet-PC mit an Bord. Und diese Geräte wollen fernab jeglicher Steckdosen mit Energie versorgt werden. Aber wie?

Energiequelle

Während Radfahrer auf die Kraft ihrer Nabendynamos vertrauen können, fällt diese Energiequelle bei Wanderern natürlich flach. Es gibt aber heute sehr robuste Solarzellen.

Nabendynamo

Mittlerweile sprießen verschiedene Ladesysteme aus dem Boden, die vom Nabendynamo aus mit elektrischer Energie versorgt werden. Angefangen hat alles mit dem sogenannten Forumslader, einem Selbstbauprojekt. Es folgte das Zzing aus Berlin, mit dem auch Mignon-Batterien (AA) geladen werden können. Das obere Ende der Preisskala markieren im Moment das E-Werk von Busch und Müller und The Plug von Tout Terrain.
Eine gute Marktübersicht über Ladegeräte mit und ohne Pufferakku hält uns folgender Artikel der Fahrradzukunft bereit: Steckdose unterwegs.
Das E-Werk besitzt von allen Ladegeräten den besten Wirkungsgrad und kann mit einstellbarer Spannung und Stromstärke punkten – ob man das wirklich braucht, ist eine andere Frage.
The Plug verschwindet einwandfrei im Gabelschaft. Allerdings liefert es erst ab 20 km/h Energie. Bei ToutTerrain vertritt man die Position: „Entweder volle fünf Volt oder gar nichts, da manche Verbraucher bei schwankender Spannung Probleme bereiteten“. Mit Kindern fährt man niemals 20 km/h, von daher ist The Plug für uns nicht geeignet, weil es niemals Strom abliefern würde.

Photovoltaik

Uneingeschränkt ans Herz legen können wir euch die SolarCard (Spannung: 5 V) von Sistech aus der Schweiz. Laßt euch von den etwas reißerischen Texten auf der Homepage nicht abschrecken, die Solarmodule sind prima. Wasserdicht verschweißt, tropentauglich, biegsam, leicht und unverwüstlich – das stimmt wirklich.
Bei uns kommt die kleinere Variante mit 2,5 W zum Einsatz. Sie ist mittlerweile nicht mehr verfügbar. Es gibt „nur“ noch SolarCards mit 5 W, wahlweise als SolarCard ATON im Format DIN A 4 und als SolarCard HORUS im Format zweier hochkant übereinandergelegter DIN A 5-Blätter: SolarCards von Sistech.

SolarCard (2,5 W) von SISTECH beim direkten Laden eines iPod. Aufgrund der leicht schwankenden Spannung sollte aber immer ein <a href="http://www.swissbatteries.com/dynapage.asp?mpage=PowerTankL">Pufferakku</a> zwischengeschaltet werden.

SolarCard (2,5 W) von SISTECH beim direkten Laden eines iPod. Aufgrund der leicht schwankenden Spannung sollte aber immer ein Pufferakku zwischengeschaltet werden.

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GPS-Gerät direkt betreiben

Wenn man mit Kindern unterwegs ist, kommt man nicht sehr schnell voran. Deshalb liefert der Nabendynamo nicht so sehr viel elektrische Energie. Wir orientieren uns nun auch mittels eines GPS-Geräts digital – und wir waren es leid, ständig am GPS-Gerät die Batterien wechseln zu müssen. Und so haben wir nach einer Lösung gesucht, das Gerät direkt zu betreiben. Busch und Müller bietet seit 2010 auch einen wasserdicht verschweißten Pufferakku an. Beim E-Werk im Lieferumfang ist auch ein Micro-USB-Stecker, über den das GPS-Gerät mit Strom versorgt werden kann. Unsere Erfahrung: ab einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/h reicht die elektrische Energie gerade so aus.

Mini-USB-Stecker zum direkten Anschluß des GPS-Geräts an die Stromversorgung.

Mini-USB-Stecker zum direkten Anschluß des GPS-Geräts an die Stromversorgung.

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Nachteilig ist, daß der USB-Stecker rostet. Eine vergoldete Variante wäre hier schön. Außerdem darf man nicht an den Stecker kommen, der sitzt ein wenig lose in der Buchse, sonst hat das Gerät kurz keinen Strom mehr und geht sofort aus. Deshalb auch beim direkten Betrieb immer Akkus für solche Fälle drinlassen. Vielleicht wäre es auch besser, einen gewinkelten Micro-USB-Stecker anzubieten, der steht nicht so weit vom Gerät ab. Das so als Tip für Busch und Müller. Außerdem haben die Garmin-Geräte Schwierigkeiten, die externe Stromversorgung zu erkennen, wenn der USB-Stecker voll ist mit Wasser. Bei Regen zum Beispiel.

Es gibt noch mehr Verbesserungswünsche unsererseits. Eigentlich wäre eine Ladeschale am Lenkerhalter toll, die sofort anfängt, kontaktlos die im GPS-Gerät eingesetzten Akkus zu laden. Vielleicht ergibt sich ja mal eine Zusammenarbeit zwischen Garmin und Busch und Müller.

Pufferakku zum Laden weiterer Kleinverbraucher

Die elektrischen Geräte werden auf einer Radreise an den Grenzen ihres Einsatzbereichs betrieben, was Erschütterungen, Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen betrifft. Nicht nur einmal hat uns ein Gerät die schwankende Spannung nicht mehr verziehen.

Wir empfehlen deshalb, Telefone, MP3-Player, Ladegeräte usw. niemals direkt über den Nabendynamo und einen ungepufferten Gleichrichter zu laden. Ein Pufferakku ist unserer Meinung nach unverzichtbar. Das hat übrigens den angenehmen Nebeneffekt, daß man tagsüber den Pufferakku laden und sich abends im Zelt gemütlich um das Laden der elektrischen Kleinverbraucher kümmern kann. Außerdem muß man tagsüber während der Fahrt nicht ständig kontrollieren, ob das angeschlossene Gerät schon geladen ist und man das nächste anstöpseln muß, um keine Energie ungenutzt zu lassen.

Der wasserdicht verschweißte Pufferakku von Busch und Müller, der direkt zum Anschluß an das E-Werk geeignet ist, kommt dafür leider nicht in Frage. Die Stecker sind zwar auch wasserdicht, aber durch die integrierten Dichtungen umständlich zu handhaben. Außerdem hat der Akku keine Ladestandsanzeige.

Wir empfehlen daher folgenden leichten Li-Ion-Akku. Der hat sogar noch eine kleine Lampe dran. Die Ladestandsanzeige funktioniert zuverlässig. Es gibt ihn auch noch einer kleineren Version, die bei uns zum Einsatz kommt, da es den größeren Akku damals noch nicht gab. Den PowerTank steckt man in eine Trinkflasche aus Kunststoff. Dort hat dann auch noch das E-Werk Platz.
Eine „saubere“ Lösung dafür haben wir schon als Prototyp hier rumliegen, es handelt sich um einen Flaschenhalter mit vergoldetem Stecker und eine Flasche mit einer entsprechenden vergoldeten Buchse. Einfach Flasche in den Halter stecken und schon wird während der Fahrt geladen. Im zweiteiligen Flaschendeckel befindet sich vor Regen geschützt die USB-Buchse. Bei Interesse bitte per E-Mail melden.

Wir haben in das Laufrad unseres einspurigen BOB-Anhängers einen 28″ SON Nabendynamo einbauen lassen, wegen der kleinen 16″-Felge als Sonderversion mit nur 28 Speichenlöchern. Über ein weiteres E-Werk lädt dieser den oben genannten Li-Ion-Akku. Durch das kleinere Laufrad dreht der Dynamo 50 % schneller und liefert dementsprechend mehr Strom ab. Bei 10 km/h wird der Akku bereits mit 2 Watt geladen, bei 20 km/h sind es schon 4,5 Watt. Nach dreistündiger Fahrt können wir also abends mindestens 6 Wattstunden „verbraten“.

Ladegeräte

Nach langer Suche haben wir ein Ladegerät gefunden, das an USB (5 V) betrieben werden kann, und das sowohl NiMH-Akkus der Größe Mignon (AA) und Micro (AAA) laden kann als auch Li-Ion-Akkus mit 3,6 V oder 7,2 V. Es handelt sich um den PIXO C-USB Universal Charger, das Eines-für-Alles-Gerät, wenn ihr so wollt. Es funktioniert ganz ausgezeichnet und wird kaum spürbar warm, was für einen sehr hohen Wirkungsgrad spricht.

Das <a href="http://www.pixo.de/">Pixo-Ladegerät</a> beim  Laden eines Li-Ion-Akkus (Digitalkamera) mit <span class="data">7,2 V</span>. Im Hintergrund liegt der tagsüber aufgeladene <a href="http://www.swissbatteries.com/dynapage.asp?mpage=PowerTankL">PowerTank</a>.

Das Pixo-Ladegerät beim Laden eines Li-Ion-Akkus (Digitalkamera) mit 7,2 V. Im Hintergrund liegt der tagsüber aufgeladene PowerTank.

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Einziger Wermutstropfen: Es lassen sich nur zwei Mignon- oder Micro-Akkus auf einmal laden, obwohl das Gehäuse durchaus noch Platz für zwei weitere Ladeschächte hätte. Wer unbedingt vier Akkus auf einmal laden muß, dem sei der P1-Lader empfohlen, dessen Wirkungsgrad sich allerdings unserer Kenntnis entzieht.

Die Wahl der richtigen Geräte

Ein Beispiel für ein Gerät, das wir unterwegs nicht laden können, ist Claudias Mobiltelefon Sony-Ericson W508. Es will sich partout nicht über ein USB-Kabel laden lassen, sondern erwartet stattdessen immer einen am anderen Ende angeschlossenen Computer. Selbst wenn das Laden funktionieren würde ist dieses Gerät trotzdem ungeeignet, weil der Hersteller einen Kombistecker entwickelt hat, über den die Daten übertragen werden, Headset oder Lautsprecher angeschlossen werden oder eben auch das Ladegerät. Es läßt sich aber immer nur ein Teil anschließen, weshalb Laden und gleichzeitiges Musikhören über externe Boxen also nicht funktioneren würde.

Bei der Wahl des Zubehörs spielt also die „Aufladbarkeit unterwegs“ eine große Rolle. Entweder läßt es sich direkt über USB laden oder man kann es mit normalen Batterien betreiben, die unterwegs problemlos aufgeladen werden können.

Mehr Energie

Heiko ist auf seiner Nordkap-Tour 1993 einen Schnitt von 21 km/h gefahren bei einer regelmäßigen Fahrzeit von mehr als fünf Stunden am Tag. Dann braucht man sich über schwächelnde Akkus keine Gedanken zu machen. Jeden Abend stehen dann über 20 Wattstunden zur Verfügung. Damit ließe sich bereits ein Tablet-PC regelmäßig betreiben zum Upload der neuesten Tourbilder ins Netz oder um das eigene Blog zu aktualisieren.

Mit Kindern haben wir deutlich mehr Gepäck, und natürlich noch die Kinder dabei und sitzen deshalb auch nicht so lange im Sattel. Die Lösung bringt ein vom Hersteller der SolarCard Concentrator Box genanntes Teil, mit dessen Hilfe mehrere SolarCards zusammengeschaltet werden können. Nach Aussage des Vertriebs ist dieses Teil auch für die größere SolarCard geeignet, kann also an jedem seiner drei Eingänge bis zu 5 Watt verkraften. Man könnte also einen SON anschließen und zwei SolarCards: Energieprobleme adé.
[Update 2012-02-03]Zur Zeit scheint diese Box nicht verfügbar zu sein. Wir haben bereits beim Hersteller nachgefragt und liefern Informationen, sobald wir Antwort haben. Auf jeden Fall wurde die Anzahl der Eingänge von drei auf zwei reduziert.[/Update]

Fotostrecke

7 Bilder

  • SON-Nabendynamo mit zwei Abgängen, ein Steckerpärchen für das Licht und ein zweites Pärchen für das E-Werk. Die beiden benötigten Doppelstecker liegen dem E-Werk bei.
  • Mini-USB-Stecker zum direkten Anschluß des GPS-Geräts an die Stromversorgung.
  • SolarCard (2,5 W) von SISTECH beim direkten Laden eines iPod. Aufgrund der leicht schwankenden Spannung sollte aber immer ein Pufferakku zwischengeschaltet werden.
  • Das Pixo-Ladegerät beim  Laden eines Li-Ion-Akkus (Digitalkamera) mit 7,2 V. Im Hintergrund liegt der tagsüber aufgeladene PowerTank.
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