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Chariot Captain XL Kinderanhänger

Zum Transport unserer Kleinkinder im Alltag und auf Reisen haben wir uns zur Geburt unseres Sohnes im Jahr 2006 einen Captain XL von Chariot zugelegt. Damals noch mit Elastomer-Federung.

Version 2006

Der Captain und sein Nachfolger Captain XL haben beide eine feste Bodenwanne, was uns damals sehr wichtig war. Da wir oft abseits befestigter Wege unterwegs sind, schien uns der Captain eine logische Wahl. Der Unterschied zwischen Captain und Captain XL besteht darin, daß der XL höher gebaut ist. Mittlerweile wird der „normale“ Captain nicht mehr vertrieben.

Die Captain-Baureihe besaß damals Elastomer-Federelemente. Die Federhärte war nicht einstellbar, der Federweg betrug je nach Zuladung bestenfalls zwei Zentimeter.

Version 2007 mit Blattfedern

Obwohl wir mit der Qualität des Hängers zufrieden waren, war uns der Federweg für ernsthafte Radreisen auf schlechter Wegstrecke einfach zu wenig, denn in Dänemark verlaufen etwa die Hälfte der (jütländischen) nationalen Radverkehrsrouten auf unbefestigten Wegen. Auch für den rauhen Alltagseinsatz auf Halles schlecht ausgebauten Radwegen schien uns der geringe Federweg wenig geeignet.

Chariot Captain XL Kinderanhänger, Baujahr 2007 mit Blattfedern, hier angehängt an Heikos Riese und Müller Delite grey, Dänemark 2007.

Chariot Captain XL Kinderanhänger, Baujahr 2007 mit Blattfedern, hier angehängt an Heikos Riese und Müller Delite grey, Dänemark 2007.

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Im Folgejahr brachte Chariot den Captain XL mit verstellbarer Blattfederung heraus. Wir verkauften den alten und haben uns noch vor unserem ersten Urlaub mit Kind den neuen besorgt.

Vorteile des Chariot Captain XL

  • Die feste Bodenwanne besteht aus einem sehr zähen, schlagfesten Kunststoff. Deshalb kann man den Kinderanhänger im Alltagsbetrieb auch mit kleinen, schweren Dingen problemlos beladen (Flaschen, Kürbis), ohne daß man Angst haben muß, daß irgendwas am Hänger kauputtgeht.
  • Die Blattfederung sorgt für eine ordentliche Federung des ganzen Gefährts. Sie ist theoretisch auf jede Beladung des Hängers einstellbar, und zwar an beiden Rädern (mehr oder weniger) unabhängig voneinander.
  • Das Platzangebot für die beiden Kinder ist ordentlich.
  • Der Captain XL hat einen großen Kofferraum. Leider versperrt die Falteinrichtung einen großteil desselben, so daß man zwar zusätzlich zu den beiden Kindern noch viel einladen kann (Wochenendeinkauf), aber keine großen Teile wie z.B. Getränkekisten. Die größte gerade so einladbare Kiste ist die 6 x 1 l-Saft-/Milchkiste.
  • Der Hänger hat einen insgesamt sehr stabilen Aufbau. Dicke Aluminiumrohre bilden eine stabile Fahrgastzelle, die über den im Kofferraum befindlichen Faltmechanismus in 3 sec zusammengelegt werden kann.
  • Für den Hänger gibt es sehr viel Zubehör. Das reicht von Buggyrädern und drittem Jogger-Rad über verschiedene Babymatten und Sitzverkleinerern bis zur kompletten Winterausstattung mit Zuggeschirr, Skiern (statt der Laufräder) und warmen Kuschelsäcken für die Kleinen.
Speziell für uns gefertigte superstabile Trekkingdeichsel aus Edelstahl für den Chariot Captain XL. Sie greift sowohl links als auch rechts in die Vierkant-Aufnahmen des Kinderanhängers und führt so zu einer Minimierung des Hängerwippens. Zum Gewicht machen wir hier mal keine Angaben, nur soviel: Stabilität an einer Deichsel bekommt man nicht für 500 g.

Speziell für uns gefertigte superstabile Trekkingdeichsel aus Edelstahl für den Chariot Captain XL. Sie greift sowohl links als auch rechts in die Vierkant-Aufnahmen des Kinderanhängers und führt so zu einer Minimierung des Hängerwippens. Zum Gewicht machen wir hier mal keine Angaben, nur soviel: Stabilität an einer Deichsel bekommt man nicht für 500 g.

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Konstruktive Nachteile des Chariot Captain XL

  • Aufgrund der schieren Größe und der festen Bodenwanne ist der Hänger verhältnismäßig schwer.
  • Durch die schrägstehenden Laufräder gibt es nur eine Höhe zur Ankopplung der Deichsel, so daß die Laufräder ideal ausgerichtet sind. Dummerweise ist es so, daß sich beim Einfedern die Achse nicht einfach nur vertikal verschiebt, sondern sich auch verdreht. Das führt dazu, daß die Laufräder niemals ideal ausgerichtet sind, sie also „schrubbeln“, was zu deutlich erhöhter Reibung führt, der Hänger also schwerer zu ziehen ist als andere Hänger.
  • Das Fahrwerk kann getrost als Fehlkonstruktion bezeichnet werden. Zwar läßt sich die Federhärte an beiden Seiten separat einstellen, jedoch ist die Achse durchlaufend. Beim Einfedern verdreht sich die Achse, was automatisch auch die Federung der anderen Seite beinflußt. Auf eine in sich verdrehbare Achse, die das Problem beheben würde, hat Chariot verzichtet.
  • Etwas frickelige Verstellung der Federung, denn die Blattfedern liegen im Dreckbereich des Hängers, nach einer Regenfahrt möchte man da sowieso gar nichts anfassen. Wenn es trocken ist, sitzt der verschiebbare Einstellblock manchmal so fest, daß es einen Hammer braucht, um ihn loszubekommen. Außerdem muß man das Laufrad abnehmen, um die Federung verstellen zu können – diese Tatsache macht den Vorgang nicht gerade einfacher.
  • Klapprige Deichselkonstruktion: Die Alu-Deichsel wird in eine kleine Vierkantaufnahme aus Kunststoff mit einer Kantenlänge von nur 25 mm gesteckt. Diese nicht sehr vertrauenserweckende Konstruktion führt bei einem vollbeladenen Hänger dazu, daß sich die Trittbewegungen des Fahrers aufschwingen und der Hänger ständigen Schlingerbewegungen unterworfen wird. Nach längerer Überlegung haben wir uns bei Jörg Otto eine neue Deichsel aus Edelstahl schweißen lassen. Diese wird auf beiden Seiten in den Hänger gesteckt.
  • Die Bodenfreiheit ist zu klein, beim Schieben oder Joggen stößt man ständig mit den Schuhen an, und beim Radeln kann man mit der Bodenwanne in schwierigem Gelände schonmal „aufsetzen“.
  • Der Kinderanhänger ist nicht dicht. Es gibt zwar (optional) ein Regenverdeck aus einem Stück, allerdings ist der nur für den vorderen Bereich – steht der Hänger z.B. während einer Pause im Regen, dringt das Wasser in den Kofferraum ein. Es gibt auch einen Komplett-Überzieher, der allerdings nicht durchsichtig ist, so daß man diesen nur nachts verwenden kann, quasi als mobile Garage.
  • Im Hochsommer ist die Belüftung/Beschattung mangelhaft.

Mängel an unserem Kinderanhänger

Gleich im ersten Urlaub mußten wir feststellen, daß die Spur falsch eingestellt war. Damit der Hänger kippsicherer ist, sind die Räder nämlich schräggestellt. Das Problem daran ist, daß die Spur nicht stimmte, und daß nach wenigen hundert Kilometern die Reifen bis auf die Karkasse total abgewetzt waren. Wenn man dann in fremden Landen unterwegs ist und sich dann herausstellt, daß der Hänger nicht mehr 20“- sondern 18“-Räder hat, ist das ein besonderes Problem. Und nicht überall kann man für 18“-Räder Ersatz beschaffen. Mit einer zufällig mitgenommenen Rohrzange und ein paar Feldsteinen konnte das Problem provisorisch behoben werden.
Nach dem Urlaub ging der Hänger zum Deutschland-Importeur, dort wurde die Spur neu eingestellt.

Außerdem gab es Probleme mit eindringendem Wasser. Genauer genommen war das Problem, daß das eingedrungene Wasser nicht abfließen konnte. Die feste Bodenwanne hat zwar ein Loch als Wasserauslauf, allerdings sitzt das in der Mitte, so daß der Hänger genau waagrecht stehen muß, damit das Wasser über dem Loch steht, das außerdem so klein ist, daß aufgrund der Oberflächenspannung des Wassers dieses nicht durchsickert.
Auch hier haben wir kurzerhand Abhilfe geschaffen, mit einem Outdoormesser wurden sechs ausreichend große Löcher in die dreigeteilte Bodenwanne gearbeitet, je ein Loch links und rechts in jeden Segment.

Als nächstes lösten sich die Aufkleber auf den Blattfedern. Diese Aufkleber enthalten eine Skala, die das Einstellen der Federung auf das Gesamtgewicht des Hängers möglich macht. Leider kann Chariot immer noch keine Aufkleber liefern, die halten. Es würde uns auch sehr wundern, wenn die das irgendwann schaffen, mittlerweile löst sich die Lackierung von den Blattfedern – wo sollten wir die Aufkleber dann hinkleben?

Nach dem Winter löste sich großflächig die Beschichtung von der Deckelklappe. Wir haben zwar Ersatz vom Importeur erhalten, jedoch haben wir aktuell das gleiche Problem wieder. Und nun ist die Garantie abgelaufen. Wir können unmöglich jedes Jahr eine neue Haube kaufen.

Die Anschnallvorrichtung besteht aus ungeeignetem Gurtmaterial. Die Gurte sind so labberig, daß sie sich ständig von allein verstellen.

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