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Dänemark-Radreise, August 2008

Im August 2008 ist Claudia im sechsten Monat schwanger. Und da wollen wir uns die Gelegenheit doch nicht entgehen lassen und touren viereinhalb Wochen durch Dänemark. Unsere Route führt uns von Gedser über Møns Klint, Vordingborg, Kalundborg, Århus, Viborg, Skive nach Fjerritslev und dann entlang der nationalen Radverkehrsroute 1 (Nordseeküstenradweg) bis Esbjerg.

Karte

Eckdaten

Tage: 25
Kilometer: 875

Rostock, Gedser, Møns Klint, Vordingborg, Kalundborg, Århus, Viborg, Skive, Fjerritslev, Westküste bis Esbjerg

Vorbereitung

Diesmal soll wegen Claudias Schwangerschaft alles ganz easy und entspannt werden. Klar ist nur, daß der Urlaub in Gedser beginnen soll. Also haben wir Tickets für den Interconnex gekauft. Weitere Vorbereitungen treffen wir nicht, Dänemark ist uns bekannt und man kriegt sowieso immer alles und überall.

So war's

Wir haben uns vom Wind treiben lassen. Tatsächlich hatten wir in den viereinhalb Wochen nur eine Woche keinen Rückenwind. So macht Radreisen mehr Spaß. Die Anreise mit dem Interconnex ist problemlos, auch die 15 km Fahrt von Rostock zum Fährhafen sind zügig erledigt. Während der zwei Stunden Fährüberfahrt können wir prima all die gestreßten Autofahrer beobachten. Sowie die Läden und das Bistro geöffnet sind, stürmen sie los und kaufen, kaufen, kaufen.

Keine 10 m hinter der Fähreklappe trennen sich Autofahrers und Radfahrers Wege. Bei uns stellt sich spontan diese wohlbekannte Dänemark-Ruhe ein. Die Sonne scheint, mit ein bißchen Westwind rollen wir ostwärts zum Zeltplatz in Gedser.

Nur ein paar hundert Meter vom Fähranleger in Gedser entfernt befindet sich dieser ruhige Zeltplatz direkt an der Ostsee.

Nur ein paar hundert Meter vom Fähranleger in Gedser entfernt befindet sich dieser ruhige Zeltplatz direkt an der Ostsee.

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Gleich auf dem zweiten Zeltplatz noch auf Falster treffen wir eine Familie mit zwei Kindern aus Freiburg. Die Kinder freunden sich spontan an und spielen den ganzen Vormittag miteinander. Man verabredet sich. Und so hocken die drei Kinder die kommenden Abende und Morgende zusammen, schauen Bücher an, hören Musik usw. Für die Eltern eine entspannte Situation. Wir fahren tagsüber meist getrennt, und abends treffen wir uns an den Zeltplätzen wieder.

Schroffe Ostküste auf Møn.

Schroffe Ostküste auf Møn.

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Durch Zufall kommen wir auf Møn an einer Vollkornbäckerei vorbei. Neben Kuchen und Holunderblütenschorle erstehen wir ein großes Vollkornbrot. Das letzte für die folgende Zeit in Dänemark.

Der Zeltplatz hinter den Klippen von Møn ist ein bißchen schwierig zu finden. Auf den eigentlichen Platz können wir wegen eines schmalen Holztores mit Hänger und den vollbepackten Rädern nicht vordringen. Und so zelten wir auf einer abschüssigen Wiese davor. Am nächsten Morgen machen wir natürlich noch eine Wanderung zu den Klippen. Aus 140 m Höhe auf das Wasser zu blicken ist schon erhebend.

Tags darauf folgt das beschwerlichste Stück dieses Jahres: bei krassem Westwind von Møns östlichstem Ostzipfel Richtung Westen. Die sanfte Hügellandschaft tröstet nicht wirklich. Der Kilometerzähler bleibt an diesem Tag bei 20 stehen. Völlig erschöpft bauen wir unser Zelt auf.

Abends frischt der Wind nochmal auf. Heiko befürchtet, das Zelt würde die Nacht nicht überstehen, mehrmals in der Nacht überprüft er die Heringe und Nähte. Aber: nichts passiert, wir können die Reise fortsetzen. In Stege gibt es diese große Steinkugel, die auf einem Wasserfilm „schwimmt“ – eine großartige Erfahrung für Kinder. Eine Tortour ist die Fahrt über die 750 m lange Dronning Alexandrines Bro (Königin-Alexandrine-Brücke) über den Ulvsund (Wolfssund), die die Inseln Møn und Sjælland verbindet. Der Wind ist so stark, daß an Fahren auf dem gefühlt nur 1 m breiten Fußweg nicht möglich ist.

Die 750 m lange Dronning Alexandrines Bro (Königin-Alexandrine-Brücke) über den Ulvsund (Wolfssund) verbindet die Inseln Møn und Sjælland und wurde bereits im Jahr 1943 eröffnet.

Die 750 m lange Dronning Alexandrines Bro (Königin-Alexandrine-Brücke) über den Ulvsund (Wolfssund) verbindet die Inseln Møn und Sjælland und wurde bereits im Jahr 1943 eröffnet.

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Auf Sjælland angekommen, findet Heiko auf der Karte einen in Ost-West-Richtung gestreckten Wald. Im Wald gibt es keinen Wind. Und so kommen wir ganz entspannt bis nach Vordingborg und besichtigen die Reste der Burg.

Am nächsten Tag schwächt sich der Wind ab. Wir entscheiden, uns nach Norden zu wenden und der nationalen Radverkehrsroute Nr. 7 zu folgen. Eine gute Entscheidung. Sie ist landschaftlich sehr reizvoll und im nördlichen Teil erstaunlich hügelig. Mit der Gelassenheit eines Babys im Bauch kurbelt Claudia die Hügel hoch.

Tystrup Sø kann man prima baden und direkt am See für lau zelten. Wenn man das denn weiß und sein Zelt nicht, wie wir, auf der Wiese der nahegelegenen Jugendherberge aufbaut. Wir schlagen uns weiter über Berg und Tal nach Norden durch. Wir verlassen die 7 und treffen westwärts bei Gørlev auf einen stillgelegten Bahndamm, dem wir weiter nach Norden folgen. In der Nähe finden wir einen Zeltplatz an einer Vogelbeobachtungsstation. Dort können wir gleich noch beobachten, wie die Bauern ihr Korn vor dem naherückenden Regen in Sicherheit bringen.

Direkt vom Zeltplatz am Tissø können wir einem John Deere Mähdrescher bei der Arbeit zusehen.

Direkt vom Zeltplatz am Tissø können wir einem John Deere Mähdrescher bei der Arbeit zusehen.

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Und am nächsten Morgen baut Heiko dann das Zelt im Regen ab. Bei schlechtem Wetter folgen wir weiter dem Bahndamm und dann der Nationalen Radroute Nr. 4 nach Kalundborg. Schlechtes Wetter ist gleich Pizzaessen. An diesem Sonntagvormittag hat nur eine „Pizzeria“ offen und so würgen wir die schlechteste aller jemals gekauften Pizzen herunter, bevor wir um 13 Uhr die Fähre nach Århus (Arenhusen) betreten.

Auf Jylland (Jütland) scheint wieder die Sonne – wir sind dem Regenwetter einfach mit der Fähre entwischt. Wir finden eine sehr nette Unterkunft etwas außerhalb der Stadt und bleiben zwei Nächte. An dem Pausentag fahren wir wieder nach Århus rein und erkunden die Stadt. Sehr sehenswert ist Den Gamle By, auch für Kinder. Es handelt sich um eine Museumsstadt in der Stadt. Viele alte Häuser der Region wurden hier wieder aufgebaut und werden während der Öffnungszeiten thematisch bewirtschaftet, so bekommt man im alten Backhaus tatsächlich Backwaren, die dort auch gebacken wurden.

Historischer Marktplatz im Freilichtmuseum Den Gamle By in Aarhus.

Historischer Marktplatz im Freilichtmuseum Den Gamle By in Aarhus.

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Mit dem Fahrrad den Weg aus größeren Städten herauszufinden ist eines der größten Probleme auf Radreisen. Der Weg hinein in die Stadt ist einfach, die Richtung ist klar. Oft kommt man eine Radroute entlang, der man nur folgen muß. In der Gegenrichtung sieht die Sache komischerweise ganz anders aus. So auch in Århus. Wir haben eine nicht ganz aktuelle Karte und müssen feststellen, daß man uns praktisch eine Autobahn quer vor die Nase gebaut hat. Wir können sie nicht überqueren und müssen 5 km daran entlangfahren, bis zur nächsten Brücke. Über Landstraßen erreichen wir die regionale Radverkehrsroute 16, die wir eigentlich schon viel eher erreichen wollten. Ihr folgen wir bis nach Hammel.

Die Suche nach dem Zeltplatz gestaltet sich schwieriger als erwartet. Wir werden von einem heftigen Regenschauer überrascht und finden Unterstand auf einem Pferdehof. Nachdem sich der Regen verzogen hat, suchen wir weiter und finden den Platz ein Stückchen weiter in einem kleinen Tal an einem glasklaren Bach. Traumhaft, sehr ruhig, und mit Kindern kann man hier noch tolle Wanderungen unternehmen.

Der Zeltplatz in Hammel liegt wunderhübsch an einem kleinen Wanderweg und einem kleinem Bach.

Der Zeltplatz in Hammel liegt wunderhübsch an einem kleinen Wanderweg und einem kleinem Bach.

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Der nächste Tag beschert uns heftige Regenschauer. Der heftigste erwischt uns kurz vor Tange in einem Wald. Mitten im Wald beim heftigsten Regen wird der Weg von einem Drehkreuz versperrt. Es regnet so heftig, daß wir beinahe die Bäume nicht mehr sehen. Mit Kinderanhänger ist hier kein Weiterkommen. Wir packen die Räder einseitig ab und zwängen sie durch die künstliche Engstelle, den Kinderanhänger mit dem Wicht drin heben wir über das Tor. Rückblickend können wir nicht sagen, ob der Wicht geschrien hat oder nicht, es war einfach zu laut. Leider gibt es davon kein Foto, das hätte die Kamera wohl nicht überlebt. Im Regen fahren wir weiter am Tange Sø entlang, Dänemarks größten künstlichem See, und erreichen das Elmuseet. Hier erfahren Kinder auf spielerische Weise etwas über Elektrizität. Jannis ist leider noch zu klein dafür, aber beim nächsten Mal ...
Trotzdem wir nicht bleiben und keine Eintrittskarte kaufen, werden wir bewirtet und „getrocktnet“. Dänische Gastfreundschaft.

Wir wollten ja diesmal regionale Radrouten fahren. Anscheinend hat es tags zuvor doch ein wenig zu viel geregnet, da ist der Nørreå über die Ufer getreten. Vinkelvej südöstlich von Viborg.

Wir wollten ja diesmal regionale Radrouten fahren. Anscheinend hat es tags zuvor doch ein wenig zu viel geregnet, da ist der Nørreå über die Ufer getreten. Vinkelvej südöstlich von Viborg.

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In Viborg schauen wir uns den Dom an. Es ist schon wieder Sonntag, und die Touristinformation hat leider geschlossen. So fahren wir nach einer Mittagspause auf einer Bank neben dem hübschen Parkplatz vor dem Dom weiter Richtung Westen. In der Dalgas Plantage finden wir zufällig einen riesigen Findling, ein Denkmal für den „Schöpfer“ dieser Plantage, Enrico Dalgas. Ein paar Kilometer weiter schlafen wir am wunderschönen Birkesø.

Versteckt in der Tiefe der Dalgas Plantage befindet sich ein sieben Meter hoher Granitobelisk, er soll an den Namensgeber Enrico Dalgas dieser Plantage erinnern, dessen Devise es war, nach dem verlorenen Deutsch-Dänischem-Krieg 1864 Dänemark aufzuforsten.

Versteckt in der Tiefe der Dalgas Plantage befindet sich ein sieben Meter hoher Granitobelisk, er soll an den Namensgeber Enrico Dalgas dieser Plantage erinnern, dessen Devise es war, nach dem verlorenen Deutsch-Dänischem-Krieg 1864 Dänemark aufzuforsten.

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Die Weiterfahrt erfordert zunächst einen größeren Umweg, da wir nicht an der Hauptstraße von Viborg nach Skive entlangfahren möchten und eine Überquerung des Jordbro Å nicht möglich ist. Wir nutzen Skive nur zum Einkaufen und zu einem Besuch auf dem Spielplatz. Wir fahren entlang der Nationalen Radverkehrsroute 2 nordwärts und fahren mit einer kleinen Fähre von Hvalpsund auf die Halbinsel Hessel über den Limfjord. Auf der anderen Seite besuchen wir das Landbrugsmuseum Herregården Hessel (Gut Hessel) und zelten auf dem Lieblingsplatz mit der hervorragenden Aussicht.

Zeltplatz auf der Halbinsel Hessel mit grandioser Aussicht über den Hvalpsund. Kochen in der Abendsonne.

Zeltplatz auf der Halbinsel Hessel mit grandioser Aussicht über den Hvalpsund. Kochen in der Abendsonne.

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Der Weg führt uns weiter nordwärts am Limfjord entlang über Ertebølle, Løgstør nach Fjerritslev. Dort ereignet sich bei leichtem Nieselregen diese lustige Geschichte: Wir stehen in der gut sortierten Tourist Information und schauen uns das ausliegende Infomaterial an, da kommt ein Deutscher rein und fragt wörtlich die verdutzten Mitarbeiterinnen: „So, wir sind eben angekommen, jetzt habt ihr uns hierher gelockt, was können wir hier alles machen?"
Wir ziehen weiter, die Nordsee ruft, in Torup Strand machen wir Rast und beobachten lange das Meer und die Fischer. Ein kleiner Punkt am Horizont entpuppt sich nach längerer Zeit als Fischkutter und eine halbe Stunde später setzt der Fischer ihn am Strand „auf Grund“. Ein Kollege kommt mit einer riesigen Caterpillar Planierraupe angefahren und zieht das Boot auf den Strand. Das ist ein sehr beeindruckendes Ereignis, der ganze Strand bebt, wenn dieses Monster darauf herumfährt.

Dieser Fischkutter wurde gerade an Thorup Strand "angelandet". Feste Hafenanlagen gibt es an der Westküste von Vendsyssel-Thy nur in Hanstholm und Hirtshals.

Dieser Fischkutter wurde gerade an Thorup Strand „angelandet“. Feste Hafenanlagen gibt es an der Westküste von Vendsyssel-Thy nur in Hanstholm und Hirtshals.

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Wir fahren weiter westwärts und folgen dem Nordseeküstenradweg nach Bulbjerg Knude, einem über 40 m hohen Kalkfelsen direkt am Meer. Klar haben die Deutschen seinerzeit diese einzige natürliche Erhebung weit und breit für ihre Kriegszwecke mißbraucht und Bunkeranlagen darin errichtet. Er diente als Peilstand für die nahe Skagerak-Kanone in Hanstholm. Die Bunker verfallen und oxidieren vor sich hin. Die Dänen haben treffend Touristentoiletten darin errichtet. Ziemlich schlau gemacht, zunächst haben lokale Handwerksfirmen daran verdient, die Bunker zu bauen, und nun nehmen sie die Deutschen aus, indem sie von ihnen Eintritt dafür verlangen.

Das Wetter wird wieder besser, in Klitmøller kommen wir bei herrlichem Sonnenschein endlich zum Baden. Heiko kann sich in den mehrere Meter hohen Wellen so richtig austoben.

Endlich Entspannen bei bestem Sonnenschein am Strand nördlich von Klitmøller EN.

Endlich Entspannen bei bestem Sonnenschein am Strand nördlich von Klitmøller EN.

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Später ereilt uns der einzige Platten dieses Urlaubs, 500 m nachdem wir den Zeltplatz in Vang morgens nach dem Einpacken verlassen haben. Am selben Tag müssen wir in Nørre Vorupør mit ansehen, wie die Fischer den gefangenen Krabben bei lebendigem Leibe die Scheren abschneiden und die nun wehrlosen Tiere den Möven zum Fraß vorwerfen.

Auf der Mole von Nørre Vorupør. An den im Hintergrund angelandeten Fischkuttern werden den gefangenen Krabben die Scheren abgeschnitten (oder ausgerissen?), die wehrlosen Körper dann den Möwen zum Fraß vorgeworfen. Ein Grund mehr, Vegetarier zu sein.

Auf der Mole von Nørre Vorupør. An den im Hintergrund angelandeten Fischkuttern werden den gefangenen Krabben die Scheren abgeschnitten (oder ausgerissen?), die wehrlosen Körper dann den Möwen zum Fraß vorgeworfen. Ein Grund mehr, Vegetarier zu sein.

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Ein sehr schöner Zeltplatz liegt direkt neben dem Lodbjerg Fyr. Dort hat ein Fuchs Heiko abends eine Teva-Sandale stibitzt. Unter Aufbietung heldenaften Mutes stellt Heiko dem Dieb nach und bekommt seinen Schuh zurück. Vom Leuchturm aus kann man auch eine Wanderdüne sehen.

Der Nordseeküstenradweg südlich von Agger ist eher langweilig. Zunächst stehen 10 km Fahrt auf der schnurgeraden Straße zum Fähranleger Agger Tange an, von wo aus die Fähre über die westliche Öffnung des Limfjordes nach Thyborøn fährt. Thyborøn selbst ist ein ziemlich verschlafenes Nest mit Münzwäscherei, Supermarkt und Fischindustrie. Den Strand hat man hier, wie so oft in Dänemark, für sich allein. Viele finden das Sneglehuset (Schneckenhaus) sehenswert, das vollständig mit Schneckenhäusern verziert ist und im Inneren eine Ausstellung über alle möglichen Schneckenhäuser beherbergt.

Der weitere Weg südwärts führt an der riesigen Chemiefabrik Chemonova vorbei, wo Düngemittel und Pestizite und so ein Zeug hergestellt werden. Wir fahren abseits der Straße, auch hier wieder schnurgerade, über die Nehrung.

Das nächste touristische Highlight am Nordseeküstenradweg ist der Bovbjerg Fyr, ein relativ kleiner Leuchtturm, der allerdings hoch über dem Meer auf dem höchsten Punkt der Region, dem Bovbjerg, thront. Hier und die Kilometer nördlich wurden die ersten Küstensicherungen Dänemarks durchgeführt. Noch heute verbaut das Land hier hohe Millionensummen für diesen Zweck.

Mächtige Steilküste vor Bovbjerg. Obwohl der Turm nur 26 m hoch ist, liegt die Feuerhöhe bei 62 m.

Mächtige Steilküste vor Bovbjerg. Obwohl der Turm nur 26 m hoch ist, liegt die Feuerhöhe bei 62 m.

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Südlich von Bovbjerg fährt man wieder über eine Nehrung, die den Nissum Fjord vom Meer trennt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hat man versucht, den gesamten Fjord ob seiner geringen Wassertiefe trockenzulegen, was aber nicht gelungen ist. Einen Radweg sucht man auf der Nehrung vergebens, besonders schön ist es auch nicht, kilometerlang immer nur geradeaus zu fahren. Günstigerweise wartet man mit Kindern einen schönen Rückenwindtag ab ...
Wir sind ja sowieso fast nur mit Rückenwind gefahren, und so haben wir die 15 km in einer Stunde abgespult. Auf halbem Wege liegt die Öffnung des Nissum Fjords zur Nordsee in einem Ort namens Thorsminde. Gleich gegenüber des Museum kann man prima Pommes essen, das entschädigt für die eintönige Fahrt immer geradeaus hinter den den Dünen entlang.

Bei uns hat sich mittlerweile eingebürgert, eine Portion Pommes in Thorsminde an der Pommesbude gegenüber des Strandingmuseum St. George zu essen. Das Museum zeigt die Geschichte der Strandung der beiden Kriegsschiffe Defence und St. George der Royal Navy, bei dem am Heiligabend im Jahre 1811 über 1300 Menschen ihr Leben ließen.

Bei uns hat sich mittlerweile eingebürgert, eine Portion Pommes in Thorsminde an der Pommesbude gegenüber des Strandingmuseum St. George zu essen. Das Museum zeigt die Geschichte der Strandung der beiden Kriegsschiffe Defence und St. George der Royal Navy, bei dem am Heiligabend im Jahre 1811 über 1300 Menschen ihr Leben ließen.

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Mit der Übernachtung auf dem Zeltplatz in der Husby Klitplantage erreichen wir den nördlichsten Punkt der ersten Radreise mit Jannis im vergangenen Jahr (Jütland 2007). Dieses Jahr befindet sich ein Wok auf dem Platz, den nehmen wir gleich zum spiritussparenden Kartoffelnkochen auf dem offenen Feuer.

Wir entscheiden uns, den Ringkøbing Fjord zu umfahren, denn entweder fährt man auf der Nehrung 35 km entlang einer vielbefahrenen Straße, oder quält sich durch die Dünen auf der ausgeschilderten Radroute – mit dem schweren Kinderanhänger keine verlockende Aussicht. Und so landen wir, wieder einmal, zur Übernachtung in der Bundsbæk Mølle, einem Zeltplatz neben einer Jugendherberge.

Der weitere Weg um den Fjord ist unspektakulär. Es geht über kaum befahrene Nebenstraßen wieder der Nordsee zu. Wir fahren an einem großen privaten Obst- und Gemüsestand vorbei, sogar mit Videoüberwachung. Es gibt Eier, die wollen wir haben, leider gibt es nur Großpackungen ab 15 Stück aufwährts. Unser Flehen nach einer kleineren Packung wird von der Besitzerin mit einem trockenen „15 oder keins“ beantwortet. Damit ist sie unangefochten die unfreundlichste Dänin, die wir je getroffen haben.

In Bork Havn, an der südlichsten Ecke des Ringkøbing Fjords, gibt es einen rekonstruierten Wikingerhafen. Bisher hatten wir auf diese Touristenmagnete wenig Lust, so auch dieses Mal. Wir wollten lieber faul am Strand rumliegen. Könnt ihr wissen, genau das haben wir ausgiebig getan. Am südlichen Bebauungsende von Henne Strand mündet der kleine Bach Henne Mølle Å in die Nordsee. Nördlich der Mündung ist viel Trubel, dort darf man auch mit dem Auto fahren. Aber durch den Bach fahren sie nicht, und deshalb haben wir an diesem feinen Sandstrand unsere Ruhe. Ruhe ist relativ, wir haben unser „Lager“ ziemlich weit am Wasser aufgeschlagen und mußten dann, als die Flut kam, innerhalb von 5 min einpacken.

Jetzt aber schnell, wer nah am Wasser baut, muß auch schnell einpacken können, wenn die Flut kommt.

Jetzt aber schnell, wer nah am Wasser baut, muß auch schnell einpacken können, wenn die Flut kommt.

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Weitere Bilder gibt es nicht mehr. Es fängt an zu regnen und wir schlagen uns noch bis Esbjerg durch. Wegen trüber Wetteraussichten für die darauffolgende Woche (mindestens sieben Tage Dauerregen) und Südwind (also Gegenwind) entschieden wir uns ab hier den Zug zu nehmen.

Fazit

Eine tolle Reise. Viel Rückenwind und die Erfahrung, wie Langsamkeit die Erholung fördert, werden uns in Erinnerung bleiben.

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