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Saaleradweg, Elberadweg und Dübener Heide, Mai 2009

Ende Mai 2009 drehen wir eine kleine Runde durch Mitteldeutschland. Von Halle (Saale) den Saaleradweg, dann den Elberadweg und zum Schluß durch die Dübener Heide bis Eilenburg. Dies ist die erste Reise mit Naja, die erst sechs Monate alt ist.

Karte

Eckdaten

Tage: 7
Kilometer: 290
Halle (Saale), Bernburg, Barby, Lutherstadt Wittenberg, Torgau, Eilenburg

Vorbereitung

Wir haben nichts weiter vorbereitet, außer eine Bikeline-Karte vom Elberadweg zu kaufen. Die Exit-Strategie ist auch klar, alle 50 km gibt es einen Bahnhof, von dem wir in einer Stunde wieder zurück nach Halle kommen.

Saaleradweg von Halle nach Barby

Wir sind direkt in Halle (Saale) losgefahren, flußabwärts den Saaleradweg entlang. Das erste Stück bis Könnern ist uns aus vielen Wochenendtouren wohlbekannt. Bei allerbestem Sonnenschein geht es durch das herrliche Naturschutzgebiet Porphyrlandschaft bei Gimritz nach Wettin. Jannis kann mit seinem Laufrad bereits ein paar Kilometer allein fahren.

Jannis und Claudia auf dem Weg von Wettin nach Dobis.

Jannis und Claudia auf dem Weg von Wettin nach Dobis.

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Kurz vor Rothenburg schlängelt sich der Saaleradweg durch den Rotschiefer, an einem kurzen Gefällestück kommt Jannis ins Straucheln und packt sich ordentlich. Großes Geschrei, eine aufgeschlagene Lippe und Zweifel an der sinnvollen Fortführung dieser ersten Radreise mit nunmehr zwei Kindern sind das Ergebnis. Wir fahren weiter. An der Georgsburg gibt es ein großes Eis für jeden. Zum angepeilten Campingplatz in Aseleben ist es ja nicht mehr weit.

Als wir dann um kurz vor fünf in Aseleben vor dem Freibad stehen und den Campingplatz suchen, teilt uns der Bademeister, Entschuldigung: Schwimmeister will er genannt werden, also teilt uns der gute Mann mit, daß man früher mal hier im Freibad zelten konnte, er das aber nicht mehr verantworten könne. Und so sind wir gezwungen, noch weiter bis nach Bernburg zu fahren. Das nervt ein bißchen, ist in diesem Moment nicht zu ändern.

Der nächste Tag führt uns durch Bernburg. Wir statten dem Bären einen Besuch ab und fahren dann bei sommerlichen Temperaturen weiter.

Am nächsten Morgen dann der Blick auf die Bernburger Burganlage, die hoch über der Saale thront.

Am nächsten Morgen dann der Blick auf die Bernburger Burganlage, die hoch über der Saale thront.

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In Nienburg besichtigen wir die 1000 Jahre alte, heute ökumenisch genutzte Klosterkirche Nienburg. Indes, in diesem Moment ist uns gar nicht klar, daß dieses Gebäude schon so alt ist. Und so verbringen wir die größte Zeit am lustigen Wasserspiel auf dem Marktplatz.

Lustiges Wasserspiel auf dem Marktplatz von Nienburg (Saale).

Lustiges Wasserspiel auf dem Marktplatz von Nienburg (Saale).

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Der Saaleradweg führt rechtsseitig weiter nach Norden, wir wechseln zum letzten Mal in Groß Rosenburg die Seite und schlafen bei Barby an der Elbe bei einem Bootshaus.

Elberadweg von Barby bis Torgau

Von nun an sind wir auf dem Elberadweg. Gleich das erste Stück verläuft durch endlose Wälder des Naturschutzgebietes Steckby-Lödderitzer Forst. Steckby ist ein wunderschönes verschlafenes Dörfchen mit vielen tollen Möglichkeiten zur Einkehr. Wir überqueren die Elbe bei Aken in einem heftigen Sommergewitter. Nun müssen wir leider ein paar Kilometer auf einem Radweg an einer Bundesstraße entlangfahren. Danach wird es wieder einsamer. Fluchtartig verlassen wir eine kleine Hütte, in der uns Millionen von Moskitos nach dem Regen überfallen. Gestillt wird dann eben erst in Großkühnau vor der Kirche.

Sehr sehenswert ist die Jägerbrücke bei Dessau über die Mulde. Sie ist ganz aus Holz gebaut und überdacht.

Die 1993 errichtete Jagdbrücke bei Dessau über die Mulde.

Die 1993 errichtete Jagdbrücke bei Dessau über die Mulde.

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Die Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz Adria südöstlich von Dessau. Der Platz liegt leider direkt an der Autobahn A9.

Am nächsten Morgen suchen wir die Biber in der Biberfreianlage an der Kapenmühle. Die schlafen aber alle noch. Und so machen wir uns unverrichteter Dinge wieder auf zum Elberadweg und fahren über das Gelände des Kraftwerks Vockerode. Nun fahren wir auf dem Fliederwall, der das Wörlitzer Gartenreich vor Elbhochwasser schützt. Was für ein schönes Fleckchen Erde.

Blick vom Fliederwall in die weite Elbaue des Biosphärenreservates Mittelelbe.

Blick vom Fliederwall in die weite Elbaue des Biosphärenreservates Mittelelbe.

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Das Gartenreich betreten wir nicht, man darf Fahrräder nicht mal durchschieben. Und so mühen wir uns weiter Richtung Norden zur Gierseilfähre nach Coswig. Es ist schon toll, was so alles auch ohne Motor geht.
Kurz hinter Coswig finden wir das einzige Drängelgitter am Elberadweg. Der Radweg verläuft durch eine Senke, und um die Radfahrer vor Stürzen zu bewahren, zwingt man sie durch diese Gitter langsam zu fahren. Hat es an dieser Stelle eigentlich mal einen Unfall gegeben? Auf Straßen baut man an Unfallschwerpunkten ja auch nicht so bescheuerte Gitter hin. Das nervt halt und mit Kinderanhänger hält das eine kleine Ewigkeit auf.

So, genug gemeckert, wir fahren nun oft in der Nähe der Bundesstraße bis nach Wittenberg und passieren in Kleinwittenberg direkt das Werksgelände von Wilkana. Hier riecht es lecker. Ein Keksverkauf direkt am Elberadweg fehlt jedoch.

Der Campingplatz Brückenkopf auf der anderen Elbseite war für uns ein Reinfall, das Preis-Leistungs-Verhältnis war für uns nicht erfüllt.

Unsere größte Enttäuschung: Campingplatz Brückenkopf bei Lutherstadt-Wittenberg. 28 Euro für eine Nacht, steiniger Untergrund, zwei Stunden Rasenmäher praktisch neben unserem Zelt und im Familienbad kein Babywickelraum.

Unsere größte Enttäuschung: Campingplatz Brückenkopf bei Lutherstadt-Wittenberg. 28 Euro für eine Nacht, steiniger Untergrund, zwei Stunden Rasenmäher praktisch neben unserem Zelt und im Familienbad kein Babywickelraum.

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Der weitere Verlauf des Elberadwegs ist unspektakulär. Wir fahren über einsame Nebenstraßen, durch Elbwiesen oder auf den Elbdeichen. Ein wirklich netter kleiner Campingplatz befindet sich bei den Lausiger Teichen. Und ein paar Kilometer weiter pflücken wir bei Dommitzsch die ersten Kirschen des Jahres. Die sind zwar nicht besonders lecker, aber selbstgepflückt und vor allem: genug.

In Torgau besuchen wir Schloß Hartenfels. Hier gibt es nach dem Bären in Bernburg den zweiten Bären dieser Radreise.

Prachtvoller Eingang mit vergoldetem Überbau zum Schloß Hartenfels in Torgau. Das Schloß wurde im 15. und 16. Jahrhundert erbaut (Frührenaissance) und ist vollständig erhalten.

Prachtvoller Eingang mit vergoldetem Überbau zum Schloß Hartenfels in Torgau. Das Schloß wurde im 15. und 16. Jahrhundert erbaut (Frührenaissance) und ist vollständig erhalten.

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Torgischer Weg

Wir beschließen, den Elberadweg in Torgau zu verlassen und durch die Dübener Heide in Richtung Halle zurückzufahren. Durch Zufall stoßen wir am Ortsausgang auf den Torgischen Weg, dem wir ein gutes Stück bis nach Pressel folgen. Der Torgische Weg wendet sich nach Norden, wir fahren nach Süden Richtung Eilenburg. Von dort aus nehmen wir den Zug zurück nach Halle (Saale).

Im wunderschönen und ruhigen Waldstück zwischen Roitsch und Neumühle.

Im wunderschönen und ruhigen Waldstück zwischen Roitsch und Neumühle.

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Fazit

Unsere erste Radreise mit zwei Kindern bringt zutage, daß das Zelt zu klein ist und wir uns nach einem Vierpersonenzelt umsehen müssen. Unser jüngster Nachwuchs ist definitiv radreisetauglich. Und Saaleradweg und Elberadweg sind wunderschön und fast ausschließlich auf ruhigen Nebenstraßen geführt. Sehr positiv überrascht sind wir vom Torgischen Weg.

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