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Thüringen – Unstrut-, Werra- und Ilmtalradweg

Nach Ostern sind wir eine kleine Runde in Thüringen gefahren. Von Naumburg aus wollten wir den Unstrutradweg flußaufwärts und dann „über den Berg“ ins Werratal zu fahren, wo wir den Werraradweg wiederum flußauwärts nehmen wollten. Nach dem Besuch der beiden Werraquellen wollten wir ein Stückchen Rennsteigradweg bis nach Allzunah zur Ilmquelle und dann den Ilmtalradweg bis zur Mündung in die Saale bei Großheringen runterradeln.

Karte

Eckdaten

Tage: 15
Kilometer: 505
Höhenmeter: 5.275

Naumburg, Nebra, Mühlhausen, Dingelstädt, Frieda, Bad Salzungen, Wasungen, Ilmenau, Weimar, Bad Sulza, Großheringen

Vorbereitung

Sowohl vom Unstrutradweg, vom Werraradweg als auch von Ilmtalradweg gibt es Radwanderkarten. Die haben wir uns besorgt. Den Wegeverlauf der drei Radrouten haben wir bei gpsies.com fix nachgezeichnet und dann ins GPS-Gerät übertragen.

Auch die „Überführungsetappe“ von der Unstrutquelle ins Werratal haben wir bei gpsies.com herausgesucht. Wichtig war dabei, möglichst autofrei unterwegs zu sein. Es gibt zwar eine Radroute Unstrut-Werra-Radweg, allerdings beginnt der an der Unstrut in Mühlhausen, wenn man bis zur Quelle gefahren ist, muß man schon ein großes Stück zurückfahren. Deshalb haben wir einen eigenen Weg herausgesucht und im GPS-Gerät gepseichert.

Auch die „Überführungsetappe“ von den Werraquellen zur Ilmquelle haben wir auf diese Weise erstellt, was aber nicht weiter schwierig war, denn der Rennsteigradweg geht direkt an beiden Quellen vorbei.

So war's tatsächlich

So viele Platten hatten wir schon lange nicht mehr. Unterwegs ist uns doch tatsächlich das Flickzeug ausgegangen. Noch in Halle auf dem Weg zum Bahnhof hat es Heiko das erste Mal erwischt. Der Flicken hat zwar bis zur Werra gehalten, in Creuzburg auf dem Campingplatz jedoch mußte Heiko vier Mal flicken, auch der eingetauschte Ersatzschlauch hat keine halbe Stunde gehalten. Besonders ärgerlich: tags zuvor haben wir einen Schlauch-o-Mat passiert und keinen neuen Schlauch gekauft ...

Nach nur zwei Kilometern wurde Heiko von einem Platten heimgesucht. Schlauch flicken vor Geigenbau Schade in der Ludwig-Wucherer-Straße.

Nach nur zwei Kilometern wurde Heiko von einem Platten heimgesucht. Schlauch flicken vor Geigenbau Schade in der Ludwig-Wucherer-Straße.

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Zu allem Unglück hat sich Heikos kleine Luftpumpe verabschiedet. Sie machte nur noch einen Druck von zwei Bar – zu wenig für das Gepäck. Und so war Heiko an diesem Morgen Dauergast an der naheliegenden Araltankstelle. In Creuzburg hat Heiko dann bei Rewe tatsächlich eine Standpumpe aufgetrieben – immerhin schaffte sie einen Druck von drei Bar. Der Schlauch verlor allerdings immer wieder Luft, so daß alle halbe Stunde nachpumpen angesagt war. In Gerstungen haben wir in einer kombinierten Fahrrad-/Autowerkstatt einen Schlauch und neues Flickzeug erstanden. Der Schlauch war leider nicht viel besser, aber nach einmal flicken war der dicht und hielt den restlichen Urlaub.

Zum Wetter

Nachts war es ganz schön kalt. Da waren wir froh, daß wir uns vor dem Urlaub für Claudia und Jannis neue Schlafsäcke bestellt haben. So mußte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt niemand frieren. Tagsüber hatten wir nur an zwei Tagen keine Sonne, ansonsten nur strahlend blauer Himmel, so daß wir alle viel Farbe bekommen haben.

Das Höhenprofil

Ein bißchen verschätzt haben wir uns, wieder einmal, mit den Höhenmetern.

Am Unstrutradweg sind auf 215 Kilometern flußaufwärts erstaunliche 1.900 Höhenmeter zu bewältigen – flußabwärts wären es immerhin noch 1.625 Höhenmeter. Allerdings sind die Steigungen nicht sehr groß, so daß die Höhenmeter nicht so sehr auffallen und auch von Kindern gut zu bewältigen sind.

Der von uns geplante Abschnitt über die Berge ins Werratal war natürlich hügelig. Auf den 25 Kilometern sind fast 400 Höhenmeter zu bewältigen – genug für einen Tag. Die Wege hinab ins Werratal waren allerdings Wanderwege über ausgewaschene Grobschotterwege mit 25 % Gefälle. Wenn man von der Werra an die Unstrutquelle möchte, sollte man diesen Weg eher nicht nehmen und stattdessen die Straße wählen (für Kinder eher nicht geeignet) oder doch auf die Radroute Werra-Unstrut zwischen Treffurt und Mühlhausen ausweichen.

Der Werraradweg wartet im mittleren Teil mit erstaunlichen Steigungen und Höhenmetern auf. Mal abgesehen davon daß die Radroute teilweise an vielbefahrenen Bundestraßen ohne Radweg geführt wird, verläuft sie auch sonst oft auf normalen Landstraßen. Auf unseren 150 Kilometern am Werraradweg haben wir über 2.000 Höhenmeter bewältigt bei teilweise Steigungen über 20 %. Für Familien eher nicht zu empfehlen.
Deshalb haben wir uns in Wasungen entschlossen, den eigentlich noch folgenden bergigen Oberlauf des Werraradwegs abzukürzen und sind mit der Bahn nach Ilmenau gefahren.

In Ilmenau hat der Ilmradweg auf einer Länge von nicht einmal 10 Kilometern bereits 300 Höhenmeter verloren, so daß wir in Ilmenau auf einer Höhe von etwa 500 Metern starten. Obwohl es im Prinzip nur bergab geht – man merkt wirklich deutlich, daß man fix unterwegs ist – sind auf den 115 Kilometern bis zur Mündung ziemlich genau 1.000 Höhenmeter zu überwinden.

Fazit

Der Unstrutradweg ist uneingeschränkt für Familien mit Kindern zu empfehlen. Es gibt keine vielbefahrenen Straßen, fast immer ist man auf separaten Radwegen oder Feldwegen unterwegs.
Den Werraradweg können wir aufgrund der vielen Straßen (und auch Bundesstraßen) für Familien nicht empfehlen.
Der Ilmtalradweg ist vom Höhenprofil deutlich anspruchsvoller als der Unstrutradweg, aber bis auf ein 3 km langes Stück zwischen Buchfart und Oettern auch für Familien empfehlenswert, wenn man sich mit ein paar Bergen anfreunden kann.

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