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Unstrutradweg

Die Unstrut entspringt westlich von Dingelstädt im südlichen Eichsfeld und ist der wasserreichste Zufluß der Saale. Der Unstrutradweg ist hervorragend ausgebaut und beschildert. Aufgrund der geringen Steigungen ist er gut für Familien geeignet.

Karte

Eckdaten

Tage: 6
Kilometer: 214
Höhenmeter: 2.000

Naumburg – Freyburg – Laucha – Nebra – Artern – Heldrungen – Sömmerda – Bad Langensalza – Mühlhausen – Dingelstädt – Kefferhausen

Reisebericht

Bei bestem Sonnenschein und Rückenwind sind wir von der Mündung bis zur Unstrutquelle bei Dingelstädt geradelt. Da wir bei sommerlichen Temperaturen und am Ostersonntag gestartet sind, haben wir an den ersten beiden Tagen viele Radfahrer getroffen, die meisten waren mit Kindern unterwegs. Die Kinderfreundlichkeit des Unstrutradweges scheint sich schon herumgesprochen zu haben.

Unstrutradweg zwischen Freyburg und Weischütz.

Unstrutradweg zwischen Freyburg und Weischütz.

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Die erste Nacht haben wir auf einem Paddlerplatz in Kirchscheidungen verbracht. Um ihn zu erreichen, muß man übrigens nicht der Straße über den Berg folgen, es gibt einen kleinen Trampelpfad an der Unstrut (siehe Karte).

Rastplatz in Reinsdorf direkt an der Unstrut mit Blick auf das Schloß Vitzenburg.

Rastplatz in Reinsdorf direkt an der Unstrut mit Blick auf das Schloß Vitzenburg.

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In Wangen bei Nebra haben wir die Arche Nebra besucht. Die wurde direkt auf einen Berg gebaut, man muß runde 50 Höhenmeter überwinden, um hinzukommen. Dafür, daß es sich im Prinzip nur um einen großen Raum handelt, in dem nicht einmal ein originalgetreues Modell der Himmelsscheibe zu sehen ist, finden wir 9,50 EUR Eintrittsgeld ganz schön happig. Allerdings gibt es eine kleine Fernseh-Ecke für die Kinder, in der ein thematisch passendes Puppenstück gezeigt wird – so können sich die Eltern zumindest in Ruhe umsehen. Außerdem müssen wir zugeben, daß Jannis immer noch von der Sonderausstellung (Ötzi) erzählt.

Die zweite Nacht haben wir an der Bottendorfer Mühle verbracht. Dort kann man sein Zelt hinstellen und erhält Zugang zu den Duschen, und das zu einem fairen Preis von 4,50 EUR.

Artern hat zwar ein ganz nettes Zentrum, hat uns aber trotzdem nicht gefallen. Eigentlich wollten wir nur etwas einkaufen und haben die Stadt auf der Suche nach einer Einkaufsgelegenheit durchquert. Einen tollen Rast- und Spielplatz findet man etwa zwei Kilometer westlich von Artern in Schönfeld.

In Heldrungen kann man die Wasserburg Heldrungen besichtigen. Es handelt sich um eine Festung mit zwei hintereinanderliegenden Wassergräben. Viel zu sehen gibt es nicht. Das Gebäude wird als Jugendherberge genutzt, im zweiten Stock gibt es eine Ausstellung über den Bauernführer Thomas Müntzer, der hier zwangsweise seine letzten Tage verbringen mußte – besonders interessant ist die Ausstellung für Kinder allerdings nicht.

Ein kleines Stück westlich von Heldrungen durchbricht die Unstrut in der Thüringer Pforte bei Sachsenburg die Hainleite.

Auf unsrer Wiese gehet was // watet durch die Sümpfe.

Auf unsrer Wiese gehet was // watet durch die Sümpfe.

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Ein paar Kilometer nördlich von Sömmerda haben wir an einem kleinen Rastplatz gezeltet. Bespaßungsfaktor für die Kinder: optimal, denn dort haben zwei sehr zutrauliche Kaninchen ihren Bau. Die lassen sich von den Kindern jagen und streicheln.

Der Unstrutradweg folgt westlich von Sömmerda dem Flußlauf. In Werninghausen befindet sich das Priorat St. Wigberti, dessen Kirche zusammen mit dem umgebenden Garten zum Verweilen einlädt. Danach geht es weiter über Feldwege und kaum befahrene Straßen nach Großvargula. Von hier bis nach Nägelstedt erstreckt sich das Naturschutzgebiet Unstruttal, das mit ausgedehnten Trockenrasen aufwarten kann. Wir erfreuten uns vor allem an den vielen blühenden Obstbäumen.

Unsere Zeltstelle auf einer Wiese direkt an der Unstrut zwischen Nägelstedt und Bad Langensalza.

Unsere Zeltstelle auf einer Wiese direkt an der Unstrut zwischen Nägelstedt und Bad Langensalza.

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In Mühlhausen hat Heiko endlich eine neue Halterung für das GPS-Gerät gefunden. Mühlhausen hat uns nach den bisher bereisten Städten Artern und Sömmerda ziemlich überrascht. Eine alte Stadt mit viel altem Gemäuer und Flair. Eine prima Stadtführung kann man übrigens mit dem Korbmacher Rainer Kraft machen.

Die Nacht haben wir auf dem Campingplatz am Schwanenteich in Mühlhausen verbracht. Angeschlossen ist eigentlich ein Freibad, dessen Becken aber kaputt sind, der Stadt fehlt offensichtlich das Geld, diesen Zustand zu beheben. Da ein Gewitter aufzog und es kräftig geregnet hat, war badengehen an diesem Tag sowieso keine Option.

Der Popperöderbach in Mühlhausen während seines eiligen Laufs zur Unstrut.

Der Popperöderbach in Mühlhausen während seines eiligen Laufs zur Unstrut.

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Am nächsten Tag haben wir uns noch Mühlhausen angesehen und irgendwie die Zeit so vertrödelt, daß wir noch in der Pizzeria Pinocchio Mittag essen waren – sehr lecker und humane Preise.

Ab Mühlhausen geht es merklich beran. Man fragt sich, ob es so eine gute Idee war, den Unstrutradweg flußaufwärts zu fahren.

Nördlich von Mühlhausen gibt es bei Reiser einen hervorragenden Rastplatz mit Klohäuschen, Grill und Feuerstelle, direkt in einem Unstrutbogen – wie geschaffen für eine ruhige Nacht.

Perfekter Rast- und Zeltplatz bei Reiser nördlich von Mühlhausen.

Perfekter Rast- und Zeltplatz bei Reiser nördlich von Mühlhausen.

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Die letzten 16 km gehen beständig bergauf mit einigen kräftigen Steigungen. Bei Temperaturen deutlich über 20 °C sehnen wir die kühlende Quelle herbei. Am späten Nachmittag erreichen wir sie. Uns fehlt die Motivation zum weiterradeln, deshalb bleiben wir einfach hier. Die Kinder spielen am Wasser, es gibt sogar eine Schaukel. Und die nächtliche Stille ist kaum zu überbieten.

Fazit

Der Unstrutradweg ist hervorragend ausgebaut und beschildert. Wenn man in der „richtigen“ Richtung fährt, gibt es kaum nennenswerte Steigungen, obwohl auch flußabwährts bis Naumburg noch über 1.600 Höhenmeter zu bewältigen sind. Der Radweg verläuft fast immer über Feld- oder flußnahe Wege und nur ganz selten auf Straßen, die aber kaum befahren sind. Von all unseren Radtouren bisher ist der Unstrutradweg der geeignetste für eine entspannte Familienreise. Einzig die geringe Anzahl von Zeltplätzen ist zu erwähnen. Möglichkeiten zum wildzelten gibt es jedoch genügend.

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