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6. Abschnitt: Kragerø – Oslo

Während das erste Stück dieses Abschnitts abseits des Verkehrs durch endlose Wälder führt, hat man ab Helgeroa eher langweilige Landschaft. Mit dem Abzweigen des Nordseeküstenradwegs ab Horten über den Oslofjord nach Moss, fährt man dann auch überwiegend auf den Straßen. Durch die Nähe zum Großraum Drammen/Oslo mit entsprechend mehr Verkehr.

Inhaltsverzeichnis

  1. Karte
  2. Eckdaten
  3. So war's
  4. Bildergalerie

Karte

Eckdaten

Tage: 10
Kilometer: 241
Höhenmeter: 3.565

Kragerø – Langesund – Larvik – Sandefjord – Horten – Drammen – Oslo

So war's

Von Kragerø führt der Nordseeküstenradweg überwiegend auf kaum befahrenen Nebenstraßen weiter durch endlose, undurchdringliche Wälder. Das ist ganz typisches Elchgebiet. Zelten ist hier leider kaum möglich, weil alles schräg, zu stark bewaldet oder feucht ist. Die wenigen Stellen, die nicht so sind, sind natürlich bereits bewohnt. Nach vielen Kilometern finden wir am Ringsjøn eine kleine Badestelle, an der ausdrücklich Campen verboten ist. Es gibt Bänke, einen Grill, ein Klohäuschen, eine gemähte Wiese. Wir haben also einfach bei der angegebenen Telefonnummer angerufen, und man erlaubte uns das Zelten dort für eine Nacht. Ziemlich prima.

Tags darauf haben uns die Schiebe-Berge wieder. Zwischen Åby und Ris erwartet uns mit 30 % das steilste Stück. Der Nordseeküstenradweg verläuft hier durch einen einsamen Wald, aber auf 200 Metern müssen halt 70 Höhenmeter zurückgelegt werden. Inclusive (gestellte) Fotos machen hält man sich da schonmal eine Stunde dran auf. Das trifft einen so unvorbereitet, denn in der Karte findet man nur eine Angabe über die Paßhöhe von 70 Metern.

Zugegeben, dieses Bild ist gestellt. Auf allen vieren mußten wir die 30% nicht hochkriechen ...

Zugegeben, dieses Bild ist gestellt. Auf allen vieren mußten wir die 30% nicht hochkriechen ...

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Im Wald dort haben wir in der Nacht den heftigsten Regen erlebt. Innerhalb von einer halben Stunde hat es 100 mm Niederschlag gegeben (zum Vergleich: in Halle (Saale) regnet es im Jahr etwa 400 mm). Das ist im Zelt ein ohrenbetäubender Lärm.

Von Langesund sind wir mit der Fähre nach Helgeroa gefahren. Landschaftlich überaus reizvoll fährt das kleine Boot zwischen den kleinen Felseninseln hindurch. Erstaunlich ist, wieviele Leute an den drei Unterwegs-Haltepunkten ein- und aussteigen. Dabei hatten wir Glück. Wir hatten die letzte Fähre für dieses Jahr erwischt. Einen Tag später, und ...

Das anschließende Stück bis Larvik ist küstennah und eher flach. In Larvik selbst schiebt die Eigentümerfamilie Reitan des einzigen Mineralwassers Norwegens, Farris, eine ziemlich große Kugel. Die vertreiben nicht nur ihr Wasser ziemlich erfolgreich, auch die Supermarktkette Rema 1000 gehört ihnen. Direkt über dem Strand haben die ein Hotel/Spa/Restaurant-was-auch-immer-Cotton gebaut. Leider hat es dort wohl einen Unfall mit einem Kleinkind gegeben, so daß das Bad nun für Kinder leider gesperrt ist.

Das Farrisbad in Larvik. Es handelt sich hier um eine Mischung aus Hotel, Spa, Restaurant, Water lounge und spätrömischer Dekadenz. Der Eigentümer des einzigen Mineralwassers Norwegens weiß anscheinend nicht, wohin mit seinem Geld.

Das Farrisbad in Larvik. Es handelt sich hier um eine Mischung aus Hotel, Spa, Restaurant, Water lounge und spätrömischer Dekadenz. Der Eigentümer des einzigen Mineralwassers Norwegens weiß anscheinend nicht, wohin mit seinem Geld.

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Von der Walfangstadt Sandefjord haben wir nicht viel gesehen. Es war Sonntag und nichts los. Die Kinder waren glücklich auf dem Spielplatz. Nebenan startete eine Oldtimer-Ralley. Hinter Sandefjord befindet sich Gogstadhaugen, hier hat man 1880 neben einem Grabhügel ein Wikingerschiff ausgegraben. Angeblich leuchtete es blau über dieser Stelle. In dem Grabhügel wurde 934 Olav Geirstadalv (Olaf Haraldsson) begraben, er war übrigens ein Sohn von Harald Schönhaar.

Von Engø aus haben wir eine Alternativroute genommen über die Insel Nøtterøy, und so Tønsberg umfahren. Unser Outdoor-Handbuch weist hier einen blöden Fehler auf. Man hat dort den Namen eines Zwischenstops (Tangen) als Abfahrtsanleger angegeben, der eigentlich Engø heißt. Und so waren wir mit dem komplizierten Fahrplan etwas überfordert und waren zur rechten Zeit nicht am Anleger. Haben dort also mehrere Stunden rumgesessen.

Der weitere Weg nach Horten ist recht unspektakulär. Man fährt immer unten am Oslofjord, während sich daneben die Berge erheben. In Horten verläßt uns der Nordseeküstenradweg, man fährt von hier mit der Fähre nach Moss. Wir aber sind weiter Richtung Norden nach Oslo gefahren. Offiziell geht die Radroute Nummer 1 weiter nach Oslo. Die Schilder hören in Horten aber erstmal auf. Erst in Asker (Stadtteil von Oslo) haben wir wieder eines gefunden.

Und so sind wir weitergefahren. Eine Detailkarte haben wir uns für die letzten 100 Kilometer in Norwegen nicht mehr gekauft und uns stattdessena auf das GPS-Gerät verlassen. Im Prinzip gibt es nur die eine Straße, die für Radfahrer OK ist.

In Holmestrand haben wir auf einem Spielplatz direkt am Meer im Gebüsch ein 16 Zoll Kinderfahrrad gefunden. Auf dem Bob war zwar kein Platz mehr, aber mitgenommen haben wir es trotzdem. Zwei Tage später in Drammen auf dem Campingplatz hat Jannis dann Radfahren gelernt.

Auf dem Campingplatz in Drammen hat Jannis Fahrradfahren gelernt. Eine Sache von zwei Minuten.

Auf dem Campingplatz in Drammen hat Jannis Fahrradfahren gelernt. Eine Sache von zwei Minuten.

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Der letzte Radfahr-Tag in Norwegen war dann sehr anstrengend. Zwischen Drammen und Oslo liegt ein 240 Meter hoher Paß. Danach fährt man in Oslo im Prinzip immer an der Autobahn entlang. Keine sehr schöne Tagesetappe. Auch viel zu lang, 45 Kilometer und fast 750 Höhenmeter. Beim nächsten Mal gerne mit der Norwegischen Staatsbahn.

In Oslo haben wir uns den Museums-Marathon gegeben. Den ganzen Tag waren wir ohne Fahrrad unterwegs. Mit der Oslo-Karte hat man in den meisten Museen und Attraktionen freien Eintritt und die öffentlichen Verkehrsmittel kann man auch benutzen.

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