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Podlaski Szlak Bociani – Weißstorchradweg

Der Podlaski Szlak Bociani (Weißstorchradweg) durchquert einmal die Woiwodschaft Podlachien in Nord-Süd-Richtung. Gleich vier Nationalparks und das größte Waldgebiet Polens liegen an seinem Verlauf. Ihr könnt das wörtlich nehmen:
Hier ist die Natur noch in Ordnung.
Hier werden keine Flußläufe begradigt oder Autobahnen gebaut. Hier herrscht Ruhe und Einsamkeit. Anscheinend mögen die Störche das auch. Auf diesen etwas über 400 km lassen sich locker 1.000 Störche erblicken.

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Eckdaten

Tage: 14
Kilometer: 425
Höhenmeter: 1.530

Białowieża – Narewka – Narew – Łapy – Tykocin – Goniądz – Wigry – Stańczyki

Gevatter Zufall und der Weißstorchradweg

Durch Zufall haben wir in Białowieża eine große Hinweistafel zum Podlaski Szlak Bociani (Weißstorchradweg) gefunden, der hier anfängt, und wir haben kurzerhand entschieden, dieser Route zu folgen. Der eigentliche Plan war ja, der Ostgrenze nach Norden zu folgen, und dieser Radweg bedeutet ob seiner großzügigen Umfahrung von Białystok einen echten Umweg. Die Aussicht auf eine ganze Reihe von Nationalparks macht uns die Entscheidung leicht.

Von Wölfen und Bisons

Tags zuvor ist uns bei unserer Fahrt durch den Białowieski Park Narodowy (Białowieża-Nationalpark) ein Wolf über den Weg gelaufen. Daß es hier 700 freilebende Wisente und vier Wolfsrudel gibt, hatten wir vorher bereits in Erfahrung bringen können. Dann tatsächlich einen Wolf zu sehen ist aber nochmal was anderes. Wir schlafen auf dem Campingplatz im Ort, nachts hält uns Hundegeheul wach. Das Gespräch darüber am nächsten Morgen bringt hervor, daß in der Richtung, wo das Geheul herkam, keine Häuser mehr stehen, Wolfsgeheul war es also.

Vor dem Best Western in Białowieża stehen diese originalgetreu großen geschnitzten Wisente aus Holz. In diesem kleinen Ort dreht sich alles um den Białowieża Nationalpark und die europäische Wisentzucht. Mehr Hotels sehen wir übrigens auf dieser Reise nicht.

Vor dem Best Western in Białowieża stehen diese originalgetreu großen geschnitzten Wisente aus Holz. In diesem kleinen Ort dreht sich alles um den Białowieża Nationalpark und die europäische Wisentzucht. Mehr Hotels sehen wir übrigens auf dieser Reise nicht.

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Etwas außerhalb des Ortes liegt das Wisentreservat, im Prinzip ein kleiner Zoo, in dem neben anderen heimischen Tieren natürlich Wisente und Żubrońs (domestizierte Wisente) gezeigt werden. Die Stammbücher aller gezüchteten Wisente werden hier geführt. Hier läßt sich auch erfahren, daß das Bergwisent eigentlich ausgestorben war, und diese Tiere hier Kreuzungen des letzten reinrassigen männlichen Bergwisents mit Flachlandwisents sind. Der Genpool ist damit nicht sehr groß.
Die Massen an Touristen hier sind enorm, Pommesbuden und Souvenirshops reihen sich aneinander. Darauf haben wir gar keine Lust und verlassen nach unserem Rundgang schleunigst das Gebiet nach Norden. An Radfahren ist hier indes erstmal nicht zu denken – Freiheit und Ruhe vor Autos bedeutet in Touristenregionen erst einmal schlechte Wegstrecke.

Der Oberlauf des Narew

Wir fahren zum Jezioro Siemianowskie, dem Stausee im Oberlauf des Narew. Dort finden wir mit Hilfe von Marek einen Pole Biwakowe. Marek hatte einen gut laufenden Onlineshop in Wrocław (Breslau), den er verkauft hat. Seitdem fährt er mit seinem Audi A6 und seinem Sohn durch das Land und zeltet an den schönsten Stellen Polens.

Am nächsten Morgen weckt uns schöner Sonnenschein. Nach dem morgendlichen Bad zieht ein heftiges Gewitter heran. Es ist windstill. Wir hören die auf den See prasselnden Regentropfen immer näherkommen. Und dann ist das Unwetter mit immensem Regen direkt über uns. Das Wasser kann nicht in den durch die Autos festgefahrenen Waldboden versickern und läuft oberflächlich ab, und das leider direkt durch unser Zelt. Heiko ist längere Zeit damit beschäftigt, die Wassermassen um das Zelt herumzuleiten. Das Feuer ist aus und die Stimmung auf dem Nullpunkt. Wir entscheiden uns, noch eine weitere Nacht hier zu bleiben und stellen das Zelt an eine bessere Stelle.
Wir baden im See, kaufen im nahen Sklep Grillgut und vertreiben uns den Tag.

Große Überraschung, nach einem kräftigen Gewitterregen haben wir morgens Wasser im Zelt. Was lernen wir daraus: wähle Deinen Zeltplatz weise. Nimm nicht die Stelle mit der schönsten Aussicht, sondern die Stelle, wo nach einem Regenguß kein Wasser fließen wird ...

Große Überraschung, nach einem kräftigen Gewitterregen haben wir morgens Wasser im Zelt. Was lernen wir daraus: wähle Deinen Zeltplatz weise. Nimm nicht die Stelle mit der schönsten Aussicht, sondern die Stelle, wo nach einem Regenguß kein Wasser fließen wird ...

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Am kommenden Tag kommen wir früh los. Nach ein paar Kilometern sehen wir links im Schilf des Narew im Gegenlicht der Sonne goldene Kuppeln blitzen. Wir finden einen Knüppeldamm dorthin und kommen zu einer Einsiedelei. Dort wohnt der Mönch Pater Gabriel. Die älteren Damen aus Odrynki kümmern sich um ihn und seine Gäste. Obwohl er weder Englisch noch Deutsch und wir kein Polnisch sprechen, gelingt eine rudimentäre Kommunikation. Wir werden zu Suppe und Orangenstückchen eingeladen. Pater Gabriel interessiert sich nicht dafür, wieviele Kilometer wir jeden Tag fahren, er möchte wissen, ob wir mit den Menschen in Polen bisher Probleme hatten.
Pater Gabriel ist ein Kenner der Kräuter, die in diesem Tal wachsen. Er stellt daraus köstliche Tees her, die in den Geschäften der Umgebung verkauft werden.
Nach einigen Stunden raffen wir uns endlich auf und fahren weiter. In Erinnerung bleibt uns ein starker, interessierter Mann.

Tor der Hauptzufahrt zu Pater Gabriels Einsiedelei im Narewtal bei Odrynki. Zu erkennen ist auch, wie breit das Narewtal ist.

Tor der Hauptzufahrt zu Pater Gabriels Einsiedelei im Narewtal bei Odrynki. Zu erkennen ist auch, wie breit das Narewtal ist.

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Wir fahren durch kleine Ortschaften und über Feldwege und durch kleine Wälder. Das Wetter ist wechselhaft, so daß wir uns entschließen im nächstgrößeren Ort eine Pizza zu essen. In erster Linie ist diese dem schlechten Wetter geschuldet, andererseits muß man auch manchmal die Kinder motivieren. Und wir sagen euch, das Wort „Pizza“ wirkt da Wunder.

Wir kommen zum ersten Nationalpark an dieser Radroute, dem Narwiański Park Narodowy (Nationalpark Narew). Das Besucherzentrum liegt direkt am Weg. Aufgrund seiner Einzigartigkeit gibt es ein Betretungsverbot, außer man hat einen Guide dabei.

Dreifaltigkeitskirche und das ehemalige Missionarskloster in Tykocin. Im Vordergrund der barocke Marktplatz mit dem ältesten weltlichen Denkmal Polens, eine Statue von Stefan Czarniecki.

Dreifaltigkeitskirche und das ehemalige Missionarskloster in Tykocin. Im Vordergrund der barocke Marktplatz mit dem ältesten weltlichen Denkmal Polens, eine Statue von Stefan Czarniecki.

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In Tykocin werden wir überrascht von dem gut erhaltenen Stadtkern. Im Mittelpunkt steht der barocke Marktplatz, der leider auch hier als Parkplatz mißbraucht wird. Direkt am Platz befindet sich die Dreifaltigkeitskirche und das ehemalige Missionarskloster. Die kleine Stadt hat eine jüdische Geschichte, die mit dem Einmarsch der Wehrmacht 1941 jäh zu Ende war.
Wir queren erneut den Narew, auf der anderen Seite befindet sich das 2005 teilweise wieder aufgebaute Schloß König Zygmunt Augusts (Sigismund II. August).

Die Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften sind in der Regel asphaltiert, die Ortsdurchfahrten in der Regel nicht. Eine merkwürdige EU-Förderpolitik ist das. Ähnliches sieht man auch in der Agrarförderung. Das Geld gibt es erst ab einer bestimmten Hofgröße. 99 % der Bauern in Podlachien erreichen diese Größe nicht und werden nicht gefördert ...

Die Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften sind in der Regel asphaltiert, die Ortsdurchfahrten in der Regel nicht. Eine merkwürdige EU-Förderpolitik ist das. Ähnliches sieht man auch in der Agrarförderung. Das Geld gibt es erst ab einer bestimmten Hofgröße. 99 % der Bauern in Podlachien erreichen diese Größe nicht und werden nicht gefördert ...

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Der weitere Verlauf der Radroute ist überaus lieblich. Das Tal ist sehr breit, noch breiter als das Tal der Unstrut. In der Mitte mäandriert der Narew. Das Wetter ist gut, die Dörfer klein. Teilweise laufen die Tiere direkt auf der Straße.

Ganz unverhofft: in aller Seelenruhe queren diese Kühe die Straße.

Ganz unverhofft: in aller Seelenruhe queren diese Kühe die Straße.

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Bibranski Nationalpark

Wir verlassen (vorerst) den Narew und folgen einem seiner Zuflüsse, der Biebrza. Ihre Quelle liegt in Weißrußland. Kurz vor ihrer Mündung in den Narew durchfließt sie die Biebrzasümpfe, eines der größten Sumpfgebiete Europas. Sie sind mit dem Biebrzański Park Narodowy (Nationalpark Biebrza-Flusstal) komplett unter Schutz gestellt – mit einer Fläche von fast 600 Quadratkilometern es dieses Gebiet der größte Nationalpark Polens.

400 m langer Knüppeldamm in die Biebrzasümpfe im Nationalpark Biebrza Flußtal zu einem kleinen Ausguck zur Vogelbeobachtung.

400 m langer Knüppeldamm in die Biebrzasümpfe im Nationalpark Biebrza Flußtal zu einem kleinen Ausguck zur Vogelbeobachtung.

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Wir fahren auf der einzigen Straße durch den Park, nachdem wir brav die Nationalparkgebühr entrichtet haben. Die Dame war leicht verwirrt, daß wir tatsächlich so ein Ticket haben wollen. Machen wohl nicht so viele Besucher. Der Sumpf ist überall, es gibt sogar einen 400 m langen Knüppeldamm direkt ins Schilf zu einem kleinen Vogelausguck. Ein Stückchen weiter nördlich gibt es einen richtigen Turm. Beim Absteigen vom Rad tritt Claudia fast auf eine 1 m lange schwarze Schlange, die sich zum Glück sofort wegschleicht.

Mitten im Park gibt es eine Ausflugsgaststätte mit Kinderspielplatz und allem drum und dran. Hierher kommt niemand mit dem Fahrrad. Wir versprechen den Kindern Pommes, für uns gibt es kühles Bier. Mit Kindern läßt sich der Park an einem Tag nicht durchfahren – deshalb zelten wir nicht weit von hier auf einem angelegten Biwakplatz mitten im Nationalpark. Nebenan steht ein riesiger Stahlturm zur Vogelbeobachtung.

An der Biebrza sehen wir zum ersten Mal viele Paddler. Am Bug haben wir bereits hin und wieder einen Paddler gesehen, aber hier hat sich eine kleine Tourismusbranche entwickelt. Auch Papst Johannes Paul II. war begeisterter Paddler. Wir treffen einen Mann aus Warschau, der hier sein Wochenende auf dem Fluß verbringt, Jannis sitzt das erste Mal in einem Kanu.

Ein freundlicher Paddler aus Warschau läßt Jannis das erste Mal in seinem Leben in einem Kanu sitzen.

Ein freundlicher Paddler aus Warschau läßt Jannis das erste Mal in seinem Leben in einem Kanu sitzen.

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Eine weitere touristische Reise kann man hier auf der Bibrza machen, nämlich sich mit dem Hausboot treiben lassen. Solch prima Exemplare haben wir in Sztabin gefunden. Es gibt eine Kajüte mit vier „Betten“, eine überdachte Veranda mit Tisch und Bänken und obendrauf eine Terasse zum in der Sonne liegen.

Für diejenigen, denen Kanufahren zu blöd ist, bieten sich diese tollen Hausboote aus Holz an. Für die Interessierten hier der Link: tratwy.pl.

Für diejenigen, denen Kanufahren zu blöd ist, bieten sich diese tollen Hausboote aus Holz an. Für die Interessierten hier der Link: tratwy.pl.

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Hier treffen wir während unserer Mittagspause Familie Bacher aus München, die aufgrund der Sehbehinderung von zwei Familienmitgliedern mit einem Triplet unterwegs ist. Wir beschließen, gemeinsam hier den Nachmittag zu verbringen und zu reden. Abends beim Kochen erscheint eine Hochzeitsgesellschaft, um in der Abenddämmerung Fotos zu machen. Sie lassen uns eine riesige Tüte Bonbons da und eine Flasche Wodka. Der lustige Abend ist gesichert.

So sieht das dann aus, wenn man mit einem Triplet (hier ein Modell von bernds) unterwegs ist. Aufgrund der fehlenden Packtaschen der zwei nicht vorhandenen Fahrräder muß ein großer Anhänger mit. Hier auf dem Bild haben sie einen Weber Monoporter, sind dann aber später auf einen Vitelli Camping umgestiegen, weil der zwei Räder hat.

So sieht das dann aus, wenn man mit einem Triplet (hier ein Modell von bernds) unterwegs ist. Aufgrund der fehlenden Packtaschen der zwei nicht vorhandenen Fahrräder muß ein großer Anhänger mit. Hier auf dem Bild haben sie einen Weber Monoporter, sind dann aber später auf einen Vitelli Camping umgestiegen, weil der zwei Räder hat.

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Augostower Heide

Der Weißstorchradweg verläßt nun die Biebrza und verläuft etwas weiter nördlich und wendet sich dann zur Puszcza Augustọwska (Augostower Heide), dem größten Waldgebiet Polens. Zusammen mit dem zu der Heide gehörenden Teil in Weißrußland bedeckt der Wald ungefähr 1.600 Quadatkilometer. Die Dörfer sind nur noch Ansammlungen weniger Häuser, von denen nur noch die Hälfte bewohnt ist. Die jungen Leute zieht es in die Städte, zurück bleiben die Alten, die, nachdem sie ihr Tagwerk verbracht haben, auf den Bänken sitzen, die sie vor ihre Zäune an die Straße gestellt haben.
Wir erreichen den Netta-Fluß, teilweise verläuft der Kanal Augustów im Flußbett. Der Kanal ist der wasserbauliche Lückenschluß zwischen Weichsel und Memel. Er wurde in etwa fünfzehnjähriger Bauzeit ab 1823 errichtet. Vor ein paar Jahren wurden die Schleusen renoviert, so daß der Kanal wieder benutzbar ist. Man sagt uns, hier sei die einzige Stelle, an der man mit Kanu die EU in Richtung Osten verlassen könne. So richtig glauben können wir das nicht.

Wir folgen dem lieblichen Tal der Netta, um nach nur ein paar Kilometern der Czarna Hańcza flußaufwärts zu folgen. Flußaufwärts ist vielleicht ein wenig übertrieben, es handelt sich eher um einen etwas größeren Bach. Wir sind in der Kanuregion Polens gelandet. Der Bach entwässert den Jezioro Hańcza (Hańcza-See), den mit 113 Metern tiefsten See Polens – die Temperatur von Bach und See ist entsprehend niedrig.

Suwalki Land

Nachdem wir die Augustower Heide verlassen haben, kommen wir in das Suwalki Land. Hier wird es jetzt sowas wie bergig. Der Wigierski Nationalpark ist bekannt für seine glasklare Seen. Im Hügelland nördlich davon kommen wir uns vor wie in Mittelerde. Regenschauer ziehen über das Land, die schrägstehende Abendsonne zaubert die schönsten Regenbogen an den Horizont.

Grandiose Aussicht abends am Jezioro Szelment.

Grandiose Aussicht abends am Jezioro Szelment.

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Auf den Feldern wachsen ganz komische Pflanzen. Bis zu zwei Meter hoch, hübsche weiß-rosa Blüte, große Blätter. Die Blätter werden von den Bauern an großen Metallringen zusammengebunden und nach Hause gebracht. Wir stehen vor einem Rätsel. Auf jedem zweiten Feld wächst das Zeug, alle Bauern haben so was ähnliches wie eine Räucherkammer hinterm Haus. Erst Tage später klärt uns ein Bauer auf: es ist Tabak und in den Kammern werden die Blätter fermentiert und danach verkauft.

Tagelang rätseln wir ob dieser komischen Pflanze, was das sein könnte. Große Blätter, große Felder, schöne lila-rosa Blüte, etwa zwei Meter hoch. Uns fällt auf, daß die Bauern der Region alle eine Räucherkammer am Haus haben, sowas haben wir bisher nicht gesehen. Gibt es da einen Zusammenhang?  Die Auflösung gibt es auf dem nächsten Bild.

Tagelang rätseln wir ob dieser komischen Pflanze, was das sein könnte. Große Blätter, große Felder, schöne lila-rosa Blüte, etwa zwei Meter hoch. Uns fällt auf, daß die Bauern der Region alle eine Räucherkammer am Haus haben, sowas haben wir bisher nicht gesehen. Gibt es da einen Zusammenhang?
Die Auflösung gibt es auf dem nächsten Bild.

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Wir decken uns am Wegesrand mit leckerem Reifen Obst ein. Auf der Speisekarte stehen Äpfel, Birnen und Pflaumen. Morgens kochen wir Apfelmuß frisch zum Haferbrei. Das ist ein Leben.

Die Region hier ist richtig sowas wie bergig, das ist für uns ungewohnt bisher auf dieser Radreise. Okay, die 30 % vom Nordseeküstenradweg in Norwegen, wo wir 2010 gewesen sind, erreichen wir hier nicht. Aber stellenweise kommen sicher 10 % Steigung zusammen.
Wir kommen zum Aussichtsberg Góra Cisowa (PL), mit 256 m die höchste Erhebung hier. Von hier aus hat man eine hervorragende Aussicht bis zur Rominter Heide.

Gipfelkreuz am Góra Cisowa. Eine Nummer kleiner hat es anscheinend nicht getan. Immerhin zeigt unser GPS-Gerät die Höhe auf den Meter genau an: 256 m über Normal Null.

Gipfelkreuz am Góra Cisowa. Eine Nummer kleiner hat es anscheinend nicht getan. Immerhin zeigt unser GPS-Gerät die Höhe auf den Meter genau an: 256 m über Normal Null.

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Wir erreichen den Jezioro Hańcza, und wir müssen zugeben, daß wir uns ein bißchen mehr erwartet hatten nach all den bisher aufgeschnappten Informationen. Es gibt zwei kleine Tauchschulen im Ort – daß sich hier das Tauchsportzentrum Polens befindet können wir jetzt nicht erkennen.
Wir „quälen“ uns weiter über die Berge. Wir werden mit grandiosen Aussichten belohnt, was für ein schöner Landstrich.

Wir erreichen die Bahnstrecke Gumbinnen-Goldap, zu der die höchsten Eisenbahnbrücken Polens gehören, die gleichzeitig das Ende der Weißstorchroute markieren. Die Mittel für die Strecke wurden 1904 freigegeben, ab 1907 wurde gebaut, 1927 wurde sie in Betrieb genommen und bereits 1944 demontiert. Die 90 km lange Strecke verlief von Goldap entgegen dem Uhrzeigersinn einmal um die Rominter Heide herum um sich dann nordwärts bis nach Gumbinnen zu wenden.
Teilweise verläuft die Weißstorchroute auf der ehemaligen Trasse, teilweise auf dem Feldweg daneben. Wir sehen alte Gedenksteine und Wildpferde, die in den sumpfigen Gebieten grasen.

Nach 14 Tagen auf der Weißstorchroute erreichen wir die beeindruckenden Eisenbahnbrücken bei Stańczyki.

Die höchsten Eisenbahnbrücken Polens, im hohen Norden bei Stańczyki. Bis 1944 verlief hier die Bahnstrecke Gumbinnen-Goldap.

Die höchsten Eisenbahnbrücken Polens, im hohen Norden bei Stańczyki. Bis 1944 verlief hier die Bahnstrecke Gumbinnen-Goldap.

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Fazit

Die grandiose Strecke der 425 km langen Weißstorchroute präsentiert sich nahezu autofrei und ist daher ideal für Familien, gerade auch mit selbstfahrenden Kindern. Der Routenverlauf ist sehr abwechslungsreich, von verlassenen Landstrichen an der EU-Außengrenze bis zu kleinen, schmucken Städtchen, von flachen Feldwegen entlang des mäandrierenden Narew über ausgedehnte Sumpfgebiete und einsame Wälder bis hin zu einigen Bergetappen im hohen Norden ist alles dabei.
Die Weißstorchroute ist definitiv unsere Lieblingsroute.

Karten und Literatur

  • Übersicht: Podlachien
  • Am Bug von Warschau nach Białowieża
  • Podlaski Szlak Bociani – Weißstorchradweg
  • Goldap-Warschau
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