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Was tun bei Regen

Schlechtes Wetter gibt es nicht, es gibt nur schlechte Kleidung. Blöder Spruch, aber etwas Wahres ist dran. Bei Regen sinkt die Stimmung schnell auf den Nullpunkt, besonders, wenn die Aussicht auf die kommenden Tage auch trübe ist.

Wasserdichte Taschen

Es macht keinen Spaß, wenn am Ende des Regentages alle Sachen in den Taschen naß sind. Also: wasserdichte Taschen besorgen, am besten mit Rollverschluß, der ist in jeder Taschenposition dicht.

Zelt

Das Zelt muß dicht sein. Vorher testen!

Wir empfehlen das Nutzen eines Tarps. Das hängt man über den Eingangsbereich des Zeltes, dadurch bleibt der Eingang trocken, und die Zelttür auch. So kann auch bei häufigem Öffnen der Zelttür kein Regenwasser eindringen.

Sachen bei Regen einpacken

Bei Regen müssen alle Taschen im Zelt gepackt werden. Das Außenzelt ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nun von außen durch den Regen und von innen wegen kondensierten Wasserdampfs naß. Silikonbeschichtete Zelte sammeln übrigens wegen der Tröpchenbildung des Wassers mehr Wasser auf ihrer Oberfläche als PU-beschichtete Zelte, dort zeigt sich Filmbildung: das Wasser läuft eher ab.

Nachdem alle Taschen und alle Mitbewohner aus dem Zelt „geworfen“ wurden, macht sich der Zeltabbauer daran, das Innenzelt auszuhängen. Dieses müßte trocken sein, und kann demzufolge auch trocken verpackt werden. Mit einem Zeltlappen nimmt man die gröbste Feuchtigkeit innen vom Außenzelt ab. Dann baut man das Zelt ab und packt es ein.

Tagesablauf bei Regen

Bei Regen kommt man morgens erfahrungsgemäß schlecht los, man verkriecht sich nochmal in die Schlafsäcke und hofft darauf, daß der Regen vielleicht doch noch aufhört. Wenn man es dann doch endlich geschafft hat, ist es günstig, im Tagesverlauf nur eine Essenspause zu machen. Wenn es sich gerade anbietet, dann hebt auch eine große Portion Pommes die Stimmung ungemein.

Pausen im Regen haben so ihren eigenen Charme. Wenn man kein Bushäuschen findet, kann man das oben genannte Tarp als Notunterkunft dienen, indem es irgendwo zwischen Bäumen aufgespannt oder auch allein mit der Stange aufgestellt wird.

Sachen bei Regen auspacken

Wenn man morgens bereits bei Regen eingepackt hat, dann hat man Außen- und Innenzelt separat, man baut also zuerst das Außenzelt auf. Mit dem Zeltlappen wischt man dann den eingehängten Footprint des Zeltes trocken. Er ist ja am Außenzelt befestigt. Danach hängt man das Innenzelt ein.

Auswahl der Kleidung

Je nach Kälteempfinden kann man bei Regen ab etwa 10-15°C gefühlter Außentemperatur eine Radlerhose mit Sandalen und eine wasserfeste Jacke anziehen. Die Radlerhose wird dann halt naß.
Liegt die Temperatur darunter, braucht man auch eine wasserfeste Hose und vor allem Schuhe. In diesem Fall ist vor allem darauf zu achten, daß die Regenhose eingebaute „Füßlinge“ hat, damit das Wasser von der Hose nicht in die Schuhe läuft. Es gibt aber auch Gamaschen, die man über die Schuhe zieht und unter die Hose. Dadurch wird das An- und Ausziehen allerdings zur Tortur.

Als wasserfest hat sich bei uns Gore-Tex bewährt. Die Jacken haben eine Lebensdauer von etwa fünf Jahren. Danach trennen sich nach intensiver Nutzung meist die zusammenlaminierten Lagen voneinander. Wegen der nicht so häufigen Nutzung halten die Hosen länger.

Gore-Tex läßt von von außen kein Wasser eindringen, während Feuchtigkeit von innen nach außen dringen kann. Zieht man also morgens die noch nasse Regenkleidung an, ist das kein Problem, nach kurzer Zeit sind die Regensachen von innen wieder trocken. Bei Schuhen funktioniert das allerdings nicht, weil die Füße nicht genügend Wärme haben.
Schuhe dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen funktioniert nicht, irgendwann werden sie naß. Zur Trocknung nasser Schuhe haben sich bei uns diese Taschenöfen bewährt. Sie funktionieren mit Benzin und absolut zuverlässig, einfach anzünden und rein in den Schuh. Am nächsten Morgen sind die Schuhe wieder trocken.
Finger weg von billigen Nachahmerprodukten, sie funktionieren nicht richtig oder sind schwiering anzuzünden!

Kinder frieren besonders schnell. Im Kinderanhänger sind sie vor Wind und Regen prima geschützt. Auch hier gilt, vor der Tour den Hänger einfach mal einen Tag in den Regen stellen. Für manche Hänger gibt es spezielle durchsichtige PVC-Regenhüllen für die Fahrt, ohne Nähte, so daß Wasser nicht eindringen kann – unbedingt besorgen. Außerdem gibt es sogenannte mobile Garagen, ein wie bei Zelten wasserdicht beschichtetes Gewebe mit abgeklebten Nähten, das über den gesamten Hänger gezogen werden kann, wenn er nicht bewegt wird. Auch hierfür gibt es eine klare Kaufempfehlung, um das Hängerinnere vor Wasser zu schützen.
Wasser im Kinderanhänger ist sehr lästig. In unserem Chariot Captain XL haben wir extra Löcher in die feste Bodenwanne bohren müssen, damit das eingedrungene Wasser wieder ablaufen kann.

Für Kindersitze bieten sich sogenannte Regencapes an. Wir nutzen eines von Hock und können das sehr empfehlen. Es verdeckt während der Fahrt auch die Füße und verbleibt auch auf dem Sitz, wenn kein Kind draufsitzt. Dadurch bleiben die Polster trocken.

Die auf dem Sattel vorn sitzenden Kinder bekommen von uns einen billigen Regenumhang.

Gummistiefel sind auf einer Radreise mit Kindern Pflicht! Und zwar braucht man die nicht nur bei Regen, sondern auch morgens, wenn die Wiese noch naß ist.

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