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Tagesplanung während einer Radreise mit Kindern

Kinder sind bei einer Radtour sozusagen das „Salz in der Suppe“. Egal ob im Anhänger, auf dem Kindersitz oder auf dem eigenen Fahrrad, sie bestimmen wo es langgeht. Tagesplanung adé denkt nun der passionierte Radreisende, doch mit ein paar kleinen Tricks lassen sich auch mit kleinen Kindern große Distanzen streßfrei bewältigen: und zwar für Eltern und Kinder.

Tagesplanung

Die von Wolfgang Reiche so genannte 2/3 Regel, die besagt, daß man bis zum Mittag(essen) 2/3 der Wegstrecke geschafft haben sollte, kann man bei Radreisen mit Kindern getrost vergessen. Die Tagesetappen sind zu kurz, als daß man sich an solche Vorgaben halten könnte. Wenn man eine tolle Raststelle um halb zwölf findet, nimmt man die natürlich. Würde man vorbeifahren, quengeln die Kinder fünf Kilometer weiter nach Nahrung, und dann ist es schon unwahrscheinlich, eine vergleichbare Pausenstelle zu finden.

Morgendliche Abfahrt

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Nun ja, das gemeinsame Kochen am Abend ist sicherlich auch nicht zu verachten. Doch ohne Müsli, Brei oder Brot am Morgen sollte der Tag nicht beginnen. Ob man gleich nach dem Aufwachen oder erst nachdem alles verstaut ist frühstückt, bestimmt natürlich jede Familie selbst. Häufig knurren jedoch bei den Kleinen direkt nach dem Aufwachen die Mägen. So empfiehlt es sich, morgens mindestens eine halbe Stunde für ein ausgiebiges Frühstück ohne Eile einzuplanen. Wenn es das Wetter zuläßt kann dieses selbstverständlich im Freien passieren, denn mit einem netten Ausblick schmecken Marmeladenbrot oder Schokomüsli schließlich gleich nochmal so gut und der Start in den hoffentlich sonnigen Tag fällt umso leichter.

Experimente bezüglich des Frühstücksguts sollte man besser vermeiden. Kinder mögen Abenteuer, aber bitte nicht am ersten Urlaubstag auf dem Frühstücksteller. Also bloß nicht den Lieblingslöffel oder das Spongebob-Brettchen vergessen. Nach ein paar Tagen Eingewöhnung kann man natürlich auch was Neues probieren.

Einmal munter und abgefrühstückt kann man die Kinder getrost der Wiese überlassen, sie finden etwas zum Spielen, laufen einer Katze hinterher, fahren auf dem Zeltplatz mit dem Laufrad, spielen Ball oder kuscheln sich mit ihren Eltern noch für ein paar Minuten in die warmen Schlafsäcke. Letzteres empfiehlt sich besonders, falls das Wetter morgens mal wieder etwas länger braucht.

Ob alle gemeinsam Zusammenpacken oder ein Elternteil packt während das andere die Kids beschäftigt, findet sich von selbst. Ein Rhythmus entwickelt sich ganz von allein. Auch kleinere Kinder sollten schon zur Mithilfe angehalten werden, stolz wird dann das Tarp in den Beutel gestopft, abgewaschen und Wasser in die Trinkflaschen gefüllt.

Für das morgendliche Ritual des Aufstehens, Frühstücks und Zusammenpackens kann man getrost zwei Stunden einplanen. Je nachdem, wieviel Zuwendung der Nachwuchs braucht, ob er sich also allein beschäftigen kann, während die Großen alles ein- und aufpacken, oder ob die Kinder ihre Siebensachen bereits selbst einpacken können, oder ob nur ein Erwachsener einpacken kann während der andere sich um die Kinder kümmern muß, je nachdem schafft man es morgens auch schneller, oder eben auch nicht.

Unterwegs

Nachdem der Rasen ein letztes Mal auf Haarspangen, Nuckel und Müll untersucht wurde geht es endlich los. Und dann: „Ich habe Hunger!" Genervt rollt die Mutter mit den Augen während der Vater zetert: „Hättest Du mal dein Frühstück ...„

oder:
Die Mutter zaubert aus der Lenkertasche ein vorbereitetes Butterbrot für die hungriggebliebenen Helfer hervor, die es sich nun auf dem elterlichen Rad bequem machen, und die ersten Minuten radelt es sich nun ruhig dahin. Sobald jedoch die letzten Brotkrümel verputzt sind, sollte es spannend werden. Eine Burg, ein Ort oder ein bevorzugt wildes großes Tier sollten den Weg der Radelnden kreuzen, damit der Tag aufregend beginnt.

Der Tagesrhythmus wird im weiteren Tagesverlauf geprägt durch weitere Futterpausen, Eispausen, Badepausen, Einkaufspausen, Pipi-Pausen usw. Jeder sollte im Tagesverlauf auf seine Kosten kommen. Dazu ist es allerdings auch notwendig, daß jeder mal verzichtet. Auch wenn es noch so interessant ist: es muß nicht jedes Museum sein. Manchmal ist es auch schön, an einer Attraktion bewußt vorbeizufahren um sie sich für das nächste Mal aufzuheben. Man sollte außerdem stets die noch zu bewältigende Strecke im Auge behalten. Pausen sind wichtig und notwendig, aber es sollte abends auch noch genug Zeit zum Kochen, Waschen und Vorlesen bleiben. Wenn sich also gegen 15 Uhr herauskristallisiert, daß 50 km doch zuviel sind, dann sollte man sich schleunigst nach einer Übernachtungsalternative umschauen, denn besonders gen Abend neigen sich Kraft und Energie dem Ende.

Am Platz

Zwischen 16 und 18 Uhr sollte das Ziel mit Kindern spätestens erreicht sein. Dann geht es daran, einen geeigneten Platz zu finden, an dem man das Zelt aufbauen kann. Das sollte zügig geschehen und dann befüllt werden. Das Wetter ändert sich oft schneller als erwartet und dann ist es schön, wenn man sich ins kuschelige Heim verkriechen kann.

Die Kinder finden am Platz alles was sie brauchen: Steine, Schnecken, im Idealfall irgendeine Wasserquelle (Meer, See, Pfütze, Pumpe). Größere Kinder möchten zur Beschäftigung eventuell mitgebrachte Musikwiedergabemedien o.ä. nutzen. Für kleinere Kinder genügen jedoch ein Eimer und eine Schaufel. Zur Not tun es auch eine Plastikverpackung und ein Löffel, dazu noch ein paar Steine, ein wenig Wasser und fertig ist das Matschbecken. Den Eltern bleibt nun genug Zeit zum Kochen, Karten schreiben, Beine hochlegen. Jetzt ist auch die richtige Zeit für die Minimalwartung der Fahrräder, also Kette schmieren und Kurzkontrolle der Reifen, Bremsen, Schrauben und Speichen.

Wenn das Zelt aufgestellt ist, ist die Zeit für die Körperpflege gekommen. Eine kurze Dusche wirkt Wunder! Ganz kleine Kinder können in der mitgebrachten Faltschüssel baden – ein Riesenspaß.
Hat man aus Gewichtsgründen nur jeweils ein- oder zweimal Wechselsachen mit, dann ist nun der Zeitpunkt gekommen zum Klamottenwaschen gekommen.

Wer abends kocht bzw. ob man überhaupt kochen möchte, entscheidet natürlich jede Familie individuell. Ein gemeinsames Mahl am Abend hat den Vorteil, daß man sich über den Tag und die Erlebnisse austauschen kann, während der Körper sich über eine warme Mahlzeit freut. Am allerbesten geht das bei gutem Wetter selbstverständlich am Lagerfeuer, wo sich, wenn die Kleinen friedlich im Zelt schlummern auch später für die Eltern noch die berühmt-berüchtigte Lagerfeuerromantik entwickeln kann.

Nach dem gemeinsamen Abendmahl sollte ein Abendritual selbstverständlich sein. Kleinere Kinder genießen es meist, vorgelesen zu bekommen oder noch einmal spannende Ereignisse des Tages zu besprechen. Sobald die Kinder schlafen kann nun noch einmal die Lampe bzw. Kerze ausgepackt werden und bei einem schönen Becher Tee oder einem Fläschchen Bier lassen nun auch die Großen den Tag ausklingen. Mitgebrachte Alkoholika sollten in Maßen konsumiert werden und es empfiehlt sich, bis spätestens Mitternacht in die Schlafsäcke zu steigen, da die Tage draußen meist sehr zeitig beginnen und Schlafmangel auf Dauer keinen Spaß bedeutet.

Pausentage

Die Routenplanung sollte pro Woche einen Tag Luft lassen für einen Pausentag. Bei entsprechendem Wetter läßt sich dann prima gewaschene Wäsche trocknen, während man sich die Attraktionen der Umgebung näher ansieht. Auch ein ganzer Tag am Meer bietet sich hier an. Kinder freuen sich auch mal darauf, nicht Fahrrad zu fahren, weshalb sich der Pausentag als Wandertag anbietet. „Pausentag“ sollte also nicht allzu wörtlich genommen werden, eigentlich heißt es nur: „radtourfreier Tag“.

Wenn ihr ein GPS-Gerät mitnehmt (Orientierung mit GPS), dann kann man Pausentage auch auf andere Weise verbringen: Mit dem Suchen von Geo-Caches. Das sind kleine Verstecke, deren Suche besonders Kindern großen Spaß macht, Stichwort: Schatzsuche. Die Koordinaten der Caches könnt ihr vor der Tour von geocaching.org auf euer GPS-Gerät runterladen.

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